Parlament will Zubra-Plus-Kooperation nur bei Nein zu weiteren Windkraftgebieten

Ludwigsau hat Bedenken

Friedlos. Fast alles spricht für abgestimmtes, gemeinsames kommunales Handeln. Trotzdem haben die Ludwigsauer Gemeindevertreter eine so hohe Hürde für die angestrebten Verhandlungen über eine erweiterte Zusammenarbeit mit den potentiellen Partnergemeinden Bebra, Rotenburg und Alheim aufgebaut, dass es wahrscheinlich zu keiner Kooperation im Rahmen einer „Zubra-Plus-Gemeinschaft“ kommen wird.

Identität nicht aufgeben

Das räumte Rainer Koch, der erste Mann der SPD, am Dienstagabend bei der nur knapp 45 Minuten dauernden Sitzung des obersten Ludwigsauer Entscheidungsgremiums unumwunden ein. Angesichts knapper kommunaler Ressourcen sei es durchaus sinnvoll, abgestimmt zu agieren: „Die SPD ist dafür, soweit das Ganze ohne Aufgabe der eigenen Identität möglich ist und soweit es nicht auf Kosten unserer Bürger geht.“ Einer Partnerschaft um jeden Preis erteilte Koch jedoch eine ganz klare Absage. Dabei hatte er insbesondere im Auge, dass die Gemeinden Alheim und Bebra die Ausweisung der geplanten Windkraftvorrangflächen „Rehkopf“ (HEF_011, oberhalb von Schloss Ludwigseck) und „Leimbachskopf“ (HEF_020, oberhalb von Mecklar, Reilos, Rohrbach, Tann und Gerterode) „zu Lasten der Gemeinde Ludwigsau“ unterstützen. „Wir haben uns eindeutig gegen weitere Windkraftanlagen ausgesprochen, und deshalb macht es keinen Sinn, eine Partnerschaft einzugehen, wenn unsere Partner schon vor der Hochzeitsnacht fremdgehen!“, betonte der SPD-Fraktionsvorsitzende.

Schon der Haupt-, Finanz- und Bauausschuss hatte auf Initiative Kochs eine entsprechende Empfehlung gegeben. Dem stimmte die Gemeindevertretung, ohne dass sich neben Koch ein weiteres Mitglied zu Wort meldete, zu. Einstimmig beauftragte sie den Gemeindevorstand und hier namentlich Bürgermeister Thomas Baumann, konkrete Aufnahmekriterien mit den Zubra-Kommunen Bebra, Rotenburg und Alheim zu verhandeln und diese der Gemeindevertretung als Basis für eine weitere Entscheidung vorzulegen. Hinsichtlich des „Masterplans Energie“ soll Baumann darauf hinwirken, dass Alheim und Bebra auf die Vorranggebiete HEF_011 und HEF_020 verzichten: „Sofern die Nachbargemeinden weiterhin eine Ausweisung als Windvorrangflächen unterstützen, ist ein Beitritt zur „Zubra-Plus-Gemeinschaft“ nicht möglich.“

Zusammenarbeit ausweiten

Wie berichtet, war im Rahmen der regelmäßigen Bürgermeisterrunden angedacht worden, die gut funktionierende Zusammenarbeit der drei bisherigen Zubra-Gemeinden im Interesse einer nachhaltigen Regionalentwicklung auszuweiten. Nach Werkstattgesprächen und Entwicklung eines Modells „Zubra-Region 2030“ könnten bis zu 20 herausragende und erfolgversprechende Projekte bis zur Umsetzungsreife weiterentwickelt, individuell unterstützt und mit Akteuren auf den Weg gebracht werden.

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Von Wilfried Apel

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