Tanner Theatergruppe feiert mit „Alles Liebe – oder was?“ Premiere

Leidenschaft, die Leiden schafft

Vorhang auf und Karten raus: (von links) Karl-Heinz Bickhardt, Eva Klippert, Michael (Mitch) Dinger, Leonie Dick, Beate Dick, Timo Schönhauer, Irmgard Schmidt und (vorne sitzend) Helgo Pfau vom Radsportverein Tann freuen sich auf die Premiere des neuen Theaterstücks „Alles Liebe oder was?“. Es fehlen: Leonie Hess, Sophia Hess und Kathrin Schuch. Foto: Apel

Tann. Wenn es anderswo ungemütlich wird, wird es im Besengrund gemütlich. Dann geht es auf den letzten Samstag im Oktober zu, und dann wird in der Tanner Besengrundhalle Theater gespielt.

Schmidt-Theater natürlich, denn es ist die leidenschaftliche Volkstänzerin und Stückeschreiberin Irmgard Schmidt, die sich jedes Jahr Gedanken macht, was für einen Schwank sie mit „ihrer“ Theatergruppe auf die Bühne bringen könnte. Zunächst spinnt sie einen roten Faden, irgendwann legt sie dann los, schreibt nächtelang durch und hat meistens schon nach einem Tag das neue Werk fertig. Meistens wird es dann auch Zeit, denn irgendwann „nerven“ die theaterbegeisterten Mitglieder des Radsportvereins so sehr, dass sie einfach schreiben muss.

Das diesjährige Stück „Alles Liebe – oder was?“, das am morgigen Samstag, 25. Oktober, 19.30 Uhr, Premiere hat, ist das siebte, das sie für die „Besengrundbühne“ geschrieben hat. „Eigentlich ist es ja nur für uns“, sagt die agile Rentnerin schmunzelnd, „denn wenn ich schreibe, habe ich alle Akteure genau vor Augen. Ich schneide die Rollen auf jeden Einzelnen zu, sodass dem Betreffenden quasi nichts anderes übrig bleibt, als die Rolle zu übernehmen.“

Obwohl eigentlich immer mehr „Schauspieler“ mitspielen wollen, als Rollen zu vergeben sind, belässt es die Stückeschreiberin und Regisseurin bei der Zahl von zehn Akteuren: „Wenn es mehr wären, wäre das Stück für das Publikum nur schwer durchschaubar. Außerdem wäre es noch komplizierter, Probentermine zu finden, zu denen alle kommen können. Schließlich sind die meisten von uns ja berufstätig.“

Wenn es nicht mehr prickelt

Um was es in ihrem neuen Schwank geht, deutet die „Schmidten“, wie sie manch einer in Ludwigsau respektvoll nennt, nur vorsichtig an: „Wenn es bei der Liebe irgendwann nicht mehr so richtig prickelt und wenn man nach Abwechslung Ausschau hält, kann es durchaus so sein, dass der eine oder andere Schuss daneben geht und dass Leidenschaft Leiden schafft.“ Probleme scheinen also programmiert zu sein. Und auch, dass es zu Verwechslungen kommt und zum großen „Knall“, der alle Probleme auflöst. „Hier und da wird sich so mancher wiederfinden“, verspricht die Friedloserin, die gerne auch Ludwigsaus Bürgermeister Thomas Baumann einen kleinen Piekser verpasst. Spätestens dann springt der Funke aufs Publikum über – und das ist für die Protagonisten, zu denen auch noch die Tänzerinnen Anna Lena Dick und Nadine Dinger gehören, das Wichtigste.

Info: Aufführungen am Samstag, 25. Oktober, und am Freitag, 31. Oktober, jeweils um 19.30 Uhr in der Besengrundhalle in Tann. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Von Wilfried Apel

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