Heimatverein Obergeis zeigt lebendige Ausstellung: „Ein Winterabend im Dorf“

Leben, wie es damals war

Wie sich zu Zeiten unserer Urgroßeltern ein Dorfabend gestaltete, lebten (von rechts) Anneliese Hoffmann, Minna Dippel, Maria Klee, Thea Schmidt und Anneliese Reifert vor. Auch die kleine Maja Knierim beteiligte sich an der von Elisabeth Böttcher und Willi Knierim organisierten Veranstaltung des Obergeiser Heimat- und Trachtenvereins. Foto: Löwenberger

Obergeis. „Wie haben eigentlich unser Groß- und Urgroßeltern ihre langen Winterabende verbracht?“, haben sich Elisabeth Böttcher, Elke Weisheit und Willi Knierim vom Heimat- und Trachtenverein Obergeis gefragt.

Die Antwort gab am vergangenen Wochenende eine lebendige Ausstellung im evangelischen Gemeindezentrum.

Zwei Tage lang zeigten die Mitglieder des Vereins unter dem Motto „Ein Winterabend im Dorf“, womit sich unsere Ahnen beschäftigten, als noch keine Flimmerkiste die Gemeinsamkeit störte, und statt des Griffs zum Schalter Petroleumlampen, Kerzen oder Kienspäne entzündet werden mussten, um die gute Stube einigermaßen mit Licht zu versehen.

Tratschen und Stricken

Dann saß man zusammen bei Kaffee oder Tee aus Sammeltassen, mit Eisenkuchen mit Schmand und Zwetschenmus oder Fettebrot aus dem eigenen Backhaus und manchmal gab es auch ein Pinnchen zwischendurch.

Und während der neueste Tratsch aus dem Dorf besprochen, oder auch der alte nochmal aufgewärmt wurde – „weißt du noch?“ – wurden Strümpfe gestrickt oder geflickt, Latschen gemacht, Wolle gesponnen oder alte Pullover „offgerebbelt“ und die Wolle auf das Spinnrad gespult, um daraus Neues zu stricken. Die Löcher in Kartoffelsäcken mussten gestopft oder alte Stühle neu gepolstert oder das Korbgeflecht erneuert werden.

All das und noch manches mehr lebten die Frauen und Männer vor und fühlten sich, ebenso wie ihre Besucher, tatsächlich ein wenig so wie „anno dunnemals“. Dazu gab es eine kleine Ausstellung mit allerlei Gerätschaften und Spielsachen aus eigentlich noch gar nicht allzu ferner Vergangenheit.

Von Bernd Löwenberger

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