Instrumental-Gruppen begeistern Publikum in Rohrbach – Breiter musikalischer Bogen

Kunstgenuss in der Kirche

Aufmerksames Publikum: In der Rohrbacher Kirche spielten „nur.blech“ (unser Bild) und “Quattrio“ Foto: Apel

Rohrbach. Kunstgenuss pur boten die Instrumentalisten des Blechbläserquintetts „nur.blech“ und des Klarinettenquartetts „Quattrio“ ihren Zuhörern in der gut besuchten Rohrbacher Kirche.

Als Thema des Abends hatten sie „Brass Meets Wood“ (Blech trifft Holz) gewählt. Das eröffnete eine große musikalische Bandbreite, die von der „Canzona Quarta“ des vielbeschäftigten venezianischen Komponisten Giovanni Gabrieli über einen Marsch aus dem „Klavierbüchlein“ von Anna Magdalena Bach bis hin zu Spirituals wie „Go Down Moses“, Tango-Kompositionen von Astor Piazzolla und neuere Werke – Henri Mancinis „Pink Panther“ etwa – reichte.

Heiter: Buschs „Kirmes“

Sehr informativ führte auf Seiten der Klarinettisten Birgit Pemsel durch das Programm, bei den Blechbläsern war es Markus Buhrmann. Einmal half auch Wilhelm Busch, der bekanntlich wunderbar bebilderte Verse über die tanzlustige Hermine und „Die Kirmes“ geschrieben hat, die – von Bernhardt Gortheil musikalisch arrangiert – von den Musikern von „Quattrio“ kongenial dargebracht wurden. Man konnte, Markus Christ, Birgit Pemsel, Sabine Schönfeld und Christoph Trapp sei Dank, richtig mitfühlen, wie es Hermine erging, als sie, müde vom Tanz, beim Fensterln des eigenen, unerlaubt verlassenen Schlafzimmers hängenblieb und in den Rosenstrauch fiel.

Aber auch bei den von „nur.blech“ eindrucksvoll interpretierten „American Images“ von Richard Roblee waren die Zuhörer begeistert. Mal fetzig, mal brassig, mal bluesig, – letztendlich vielleicht einfach nur amerikanisch, gaben Manfred Schmidt, Markus Buhrmann, Rüdiger Brand, Daniel Neufeld und Michael Horber ihr Bestes und produzierten Klänge, die das Rohrbacher Gotteshaus noch nie gehört haben dürfte. Nicht viel anders war es beim Jazz-Standardwerk „Aint Misbehavin“ und beim Tango „Adios Nonino“, für den sich das Rohrbacher Auditorium mit Bravo-Rufen und rhythmischem Klatschen bedankte.

„Toll, was Musik für einen Bogen spannen kann!“, konstatierte Gastgeberin Pfarrerin Karin Ludwig-Heiderich, ehe alle in den beim Untergang der „Titanic“ gesungenen Choral „Näher mein Gott zu Dir“ einstimmten. (apl)

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