Paketbranche: Subunternehmer fühlen sich pauschal verurteilt, aber hoffen auf Anstöße

Kritik ist Fluch und Segen

Branche in Verruf: Die Fahrer der Paketdienstleister arbeiten zum Teil bis zu zwölf Stunden am Tag und erhalten dafür oft weniger als 1500 Euro. Manche würden sich finanziell mit Hartz IV besser stehen. Fotos: dpa

Kassel. Die Paket-Branche steht abermals negativ in der Öffentlichkeit: Wie unsere Zeitung berichtete, bezahlt ein GLS-Subunternehmer aus dem Landkreis Kassel einem Fahrer 1200 Euro brutto. Die drei Subunternehmer eines anderen Paketdienstes, mit denen wir sprachen, lesen solche Nachrichten mit gemischten Gefühlen: Einerseits ärgert es sie, wenn ihr Geschäft pauschal verurteilt wird, andererseits hoffen sie, dass sich durch kritische Berichte die Bedingungen verbessern.

Was die Entlohnung und die Arbeitsbedingungen angehe, gebe es große Unterschiede zwischen den Paketdiensten und auch zwischen einzelnen Depots, von denen aus die Pakete verteilt werden. An einigen Standorten hätten die Depot-Leiter ein Auge darauf, dass die Arbeitszeiten nicht total aus dem Ruder laufen und die Fahrerlöhne Mindeststandards erfüllen. Anderswo nicht. Dort zähle das „Prinzip geiz ist geil“ und der Günstigste fahre die Tour.

Der Paketdienst GLS hat mit Neuenstein seinen Hauptsitz im Landkreis Hersfeld-Rotenburg und betreibt zudem ein Depot in Guxhagen.

Von Bastian Ludwig

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