Die Volkstanzgruppe RSV Ludwigsau-Tann als Kulturbotschafter in Südamerika

Kleine Besen fliegen mit

Fast komplett stellen sich die Tänzerinnen, Tänzer und Musikanten, die von Marion Scherer (hinten, links) betreut werden, vor der Abreise für das Gruppenfoto auf. Foto: Schmidl

Tann. Bikinis, Badehosen und Sonnencreme, aber auch ihre Trachten packen die 14 jungen Tänzerinnen, Tänzer und Musikanten der Volkstanzgruppe RSV Tann, die am 9. Juli die Reise nach Kolumbien antreten, in ihre Koffer. Die Musikinstrumente, der Bänderbaum und die kleinen Reisigbesen gehören ebenfalls zum Gepäck, denn sie sind Programm.

Die Gruppe ist Mitglied der CIOFF („International Council of Organizations of Folklore-Festivals and Folk Arts“) und richtet regelmäßig große internationale Trachtenfeste in Tann aus. Im Gegenzug werden die Aktiven zu vielen Festivals in aller Welt eingeladen.

Einzige deutsche Gruppe

Wie alle anderen Gruppen müssen sie sich jedes Mal erneut um die Teilnahme bewerben und die Kriterien sind eindeutig. Original Kostüme, handgemachte Musik und die Gestaltung eines Abendprogrammes werden eingefordert. Die Tanner vertreten bei den Festivals „Musica y Danzas del Mundo Cartagena“ und „Circuito Folclórico Internacional del Caribe“ als einzige deutsche Gruppe unser Land. Aus Europa ist noch eine polnische Gruppe eingeladen.

Es wird spannende Begegnungen mit Teilnehmern aus Venezuela, Chile, Peru, Argentinien und Mexiko geben. Außerdem ein freudiges Wiedersehen mit der kolumbianischen Gruppe „Ballet Folclórico Farallones Cali“, die im letzten Jahr in Tann mit „Cumbia“, ihrer traditionellen Folklore, Begeisterungsstürme auslöste.

Kolumbien liegt nicht um die Ecke. Nach dem Start in Frankfurt/Main, einer Zwischenlandung in Paris und dem Langstreckenflug nach Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens, steigen sie noch einmal ins Flugzeug, um ihr Ziel Cartagena de Indias zu erreichen.

„30 bis 40 Stunden werden wir unterwegs sein“, vermutet Christina Neuber, die mit ihren spanischen Sprachkenntnissen punktet. „Die CIOFF-Sprache“ ist allerdings englisch“, verweist Irmgard Schmidt auf die Völkerverständigung ohne Sprachbarrieren.

Kolumbien gilt als ein nicht sicheres Land, fühlt sich aber durch ein verzerrtes Bild auf internationaler Ebene falsch dargestellt. „Das einzige Risiko ist, dass du bleiben willst“ lautet die Werbebotschaft des Landes, das zunehmend auf den Tourismus setzt. Die Gruppe hat sich vorbeugend gegen Gelbfieber impfen lassen und mit einem Kolumbien-Abend auf die Reise vorbereitet. Sie freut sich auf Land und Leute und, wenn die Zeit es erlaubt, ein Bad im karibischen Meer.

Unterwegs mit Security

Zu ihrer Sicherheit werden sie, wie in den südamerikanischen Ländern üblich, von Security begleitet. Trotzdem haben sie viele Verhaltensregeln im Gepäck und die Warnung von der reiseerfahrenen Irmgard Schmidt im Ohr: „Schäl es, koch es oder vergiss es“, um Montezumas Rache vorzubeugen. „Die Südamerikaner lieben die Deutschen.“ Kleine Mitbringsel, besonders beliebt sind dabei Fanartikel der Fußball-EM, öffnen die Herzen der Bevölkerung, des Hotelpersonals und ihrer privaten Gastgeber.

Von Gudrun Schmidl

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