Gemeindevertretungen aus Kirchheim und Neuenstein lehnen Pläne für Stromtrasse ab

Klares Nein zu Suedlink

Kirchheim/Aua. Entlang der geplanten Höchstspannungsleitung Suedlink, die Strom aus Windenergie von der Küste nach Süddeutschland bringen und den Landkreis Hersfeld-Rotenburg auf dem Gebiet der Gemeinden Neuenstein, Kirchheim und Niederaula durchqueren soll, regt sich Widerstand. Am Mittwochabend verabschiedeten die Gemeindeparlamente von Kirchheim und Niederaula einstimmig einen gleichlautenden Antrag, in dem sie den von der Firma Tennet vorgestellten Trassenkorridor für ihr Gemeindegebiet ablehnen.

Der vorgesehene Trassenkorridor berührt unter anderem Wohngebiete in Mühlbach, Saasen, Aua, Obergeis, Goßmannsrode und Kirchheim. Die Parlamentarier sehen keine Möglichkeit, wie die notwendigen Mindestabstände eingehalten werden können und sind in Sorge, weil die Auswirkungen der Spannungsfelder der Gleichstromtrasse auf die menschliche Gesundheit bisher nicht erforscht sind. Reiner Emmerich (SPD) wies in Neuenstein darauf hin, dass der Tennet-Chef eingeräumt habe, dass nicht bekannt sei, ob die Spannung gut oder schlecht für die Menschen sei. Laut Strahlenschutzkommission gebe es zurzeit keine belastbaren Schwellenwerte, erklärte Emmerich. „Wir sollen hier zu Versuchskaninchen werden“, fasste er den Unmut der Neuensteiner zusammen.

Emmerich erinnerte zudem an den sogenannten Info-Markt der Firma Tennet in Kirchheim, bei dem lauter Einzelgespräche geführt wurden. „Da haben die Bürger unterschiedliche Antworten zu Mindestabständen bekommen“, stellte Emmerich in Gesprächen nach der Veranstaltung fest.

Mindestens 400 Meter

Die Parlamente von Kirchheim und Neuenstein fordern deshalb die hessische Landesregierung dazu auf, die gesetzlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die für Niedersachsen festgeschriebenen Mindestabstände zu Siedlungsbereichen von mindestens 400 Metern auch für Hessen festzulegen. Wo das nicht möglich sei, solle eine Erdverkabelung verbindlich vorgeschrieben werden.

Kreistag, Kreisausschuss sowie die heimischen Abgeordneten von Land- und Bundestag werden aufgefordert, die Gemeinden Kirchheim und Neuenstein zu unterstützen.

Außerdem sollen noch vor den Sommerferien Bürgerversammlungen in Kirchheim und Neuenstein (am 2. Juli um 20 Uhr) stattfinden, um die Menschen umfassend zu informieren. Außerdem wollen die beiden Gemeinden, gemeinsam mit Niederaula, eine Bürgerversammlung organisieren, bei der sowohl die Vertreter von Tennet als auch von der Bundesnetzagentur öffentlich Rede und Antwort stehen.

Gemeinsam sind wir auf dem richtigen Weg, erklärte der Neuensteiner Bürgermeister Walter Glänzer. Seiner Meinung nach wurden viele Parameter für die Trasse aus Sicht der Großindustrie festgelegt, ohne die Bedürfnisse der Menschen zu berücksichtigen. berichte unten

Von Christine Zacharias

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