Prälatin Marita Natt setzt Neuordnung zu einem Großkirchspiel Ludwigsau durch

Kirchspiele zerschlagen

Dunkle Wolken über den Ludwigsauer Kirchen (hier Mecklar). Ganz Ludwigsau soll in drei neue Pfarrbezirke aufgeteilt werden. Foto Apel

LUDWIGSAU. Mit dieser Entscheidung der Kirchenleitung hatte kaum einer gerechnet: Gegen den deutlichen Mehrheitswillen der Kirchenvorstände soll es ab 1. August statt der drei evangelischen Kirchspiele Mecklar, Rohrbach und Beenhausen sowie der Kirchengemeinde Friedlos mit Reilos über die Grenzen der Kirchenkreise Hersfeld und Rotenburg hinweg ein von Meckbach bis Ersrode reichendes neues Großkirchspiel Ludwigsau geben.

Kirchenvorstände informiert

Nach Informationen unserer Zeitung sind alle beteiligten Kirchenvorstände am Montag über diese von einem Kollegialgremium vorbereitete und von Prälatin Marita Natt in Vertretung von Bischof Prof. Dr. Martin Hein unterzeichnete Entscheidung unterrichtet worden. Danach ist es so, dass die mit Pfarrerin Karin Ludwig-Heiderich besetzte Pfarrstelle Mecklar, die mit Pfarrer Jörg Scheer besetzte Pfarrstelle Friedlos, die derzeit nicht besetzte Pfarrstelle Rohrbach und die mit Pfarrerin Janina Richter besetzte Pfarrstelle Beenhausen aufgehoben werden. An deren Stelle wird ein neues Großkirchspiel Ludwigsau mit drei Pfarrstellen mit den Bezeichnungen Ludwigsau eins bis drei errichtet. Die dritte Pfarrstelle wird mit einem übergemeindlichen Zusatzauftrag verbunden, der in der Wahrnehmung der Aufgaben des Vorsitzenden des Posaunenwerkes der Landeskirche besteht.

Falls die Kirchenvorstände die Entscheidung des Bischofs, der erst kürzlich den Kirchenkreis Hersfeld bereist hat, hinnehmen und nicht vors Kirchengericht ziehen, müssen sie sich Gedanken darüber machen, welche Orte von wem versorgt werden sollen und wer welche Dienste übernimmt. Sofern zwischen den zehn „Gemeindevertretungen“ Einvernehmen erzielt wird, wäre es zum Beispiel ohne weiteres möglich, dass eine Pfarrerin in ganz Ludwigsau für die Jugend- und Konfirmandenarbeit zuständig ist und eine andere für die Seniorenarbeit.

Unabdingbar erforderlich ist jedoch, dass jedes Ludwigsauer Gemeindeglied einem der drei neuen Pfarrbezirke zugeordnet wird. Das dürften nach dem Stand der Dinge Pfarrbezirke sein, deren „Sitz“ durch die in Mecklar, Friedlos und Beenhausen stehenden Pfarrhäuser vorbestimmt ist. Das wiederum hätte für die Kirchenvorstände der Kirchengemeinden Rohrbach, Tann, Biedebach und Gerterode, die sich vehement gegen eine Aufteilung auf die Nachbarkirchspiele gewehrt und als Einzige für ein Großkirchspiel ausgesprochen hatten, zur Folge, dass sie darüber entscheiden müssen, ob sie sich nun doch auf zwei oder drei neue Pfarrbezirke aufteilen lassen oder ob sie einem einzigen Pfarrbezirk angehören wollen.

Nicht ernst genommen

Bis zu den für kommenden Dienstag in Mecklar und Friedlos anberaumten Sitzungen, in denen über die von Prälatin Marita Natt angeordnete Zwangsfusion beraten werden soll, dürfen sich die Mitglieder der Kirchenvorstände offiziell nicht äußern. Nach Informationen unserer Zeitung fühlt sich ein Großteil jedoch „nicht ernst genommen“.

Von Wilfried Apel

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