Meckbacher Gotteshaus wird nach Sanierung wieder eingeweiht – Bischof kommt

Kirche im neuen Gewand

Die Kirche in Meckbach wird nach der Sanierung am Sonntag, 13. Mai, wieder eingeweiht. Foto: Wetzel

Meckbach. Jahrelang wurde an der Meckbacher Kirche gearbeitet. Das undichte Dach und Wassereinbrüche am Orgelaufgang, morsche Balken eine Notsicherung am Sprengwerk, bröckelnder Putz an Lehmwänden und -decke, ein dunkler Innenraum und Gottesdienst im Dorfgemeinschaftshaus gehören nun der Vergangenheit an. Am Muttertagssonntag, 13. Mai, wird die fertig sanierte Kirche mit einem festlichen Gottesdienst, zu dem Bischof Dr. Martin Hein erwartet wird, wieder eingeweiht.

Nach langen, konstruktiven Verhandlungen des Kirchenvorstandes um Finanzierung und Gestaltung begannen die Bauarbeiten im Juni 2009. Kurz vor Weihnachten des vergangen Jahres wurden die meisten Arbeiten zum Abschluss gebracht. Nahezu drei Jahre hatten Handwerker und freiwillige Helfer das Sagen. Immer wieder blieben die Pforten der schmucken Kirche geschlossen.

Tragende Balken zerfressen

Los gingen die Renovierungsarbeiten am notgesicherten hölzernen Sprengewerk, das die Lasten von Turm und Kirchendach auf die Außenwände überträgt. Leider entdeckten die Handwerker während der Arbeiten immer mehr Schäden durch Feuchtigkeit und Ungezieferbefall. Der sogenannte Eichenporling und der gescheckte Nagekäfer hatten sich an den vorgeschädigten Hölzern gütlich getan. Teilweise hatten die gar nicht so niedlichen Tierchen die tragenden Balken fast vollständig zerfressen.

Völlig überraschend kam zu dem geplanten und bekannten Renovierungsbedarf die Schiefereindeckung des trutzigen Kirchturmes hinzu. Auch an der Kirchendecke wurden Schäden feststellt. Da es sich dabei um Eingriffe in die Lehmdecke handelte, musste während der Bauarbeiten die 2004 restaurierte Orgel dicht eingepackt werden, damit die empfindlichen Zinnpfeifen durch den feinen Lehmstaub keinen Schaden nehmen.

Neues Schindelkleid

Von außen zeigt sich die Kirche in der Dorfmitte jetzt in einem neuen Schindelkleid. Weil das alte Fachwerkgebäude nur wenige Jahre nach der letzten Restaurierung schon wieder beschädigt war, entschlossen sich Architektin Angela Niering, die Denkmalpflege, der Bauausschuss des Kirchenkreises und der Kirchenvorstand zu einer Radikalmaßnahme. Die zwei besonders dem widrigen Wetter zugewandten Seiten wurden mit naturbelassenen Lärchenholzschindeln verkleidet. Damit soll das Gebäude langfristig vor erneuten Renovierungsarbeiten geschützt werden.

Im letzten Bauabschnitt wurde das Innere des Gotteshauses instand gesetzt. Feuchtigkeitsschäden wurden beseitigt. Lehmteile an Decken und Wänden wurden ausgebessert. Die vom TÜV bemängelte Elektrik musste erneuert werden. Es wurden einige Fenster ausgetauscht und der Dielenfußboden aufgearbeitet. Die Gedenktafeln der in den Weltkriegen Gefallenen, die Replik des Ulenroder Kruzifixes und die Holzkreuze für die im Kirchenjahr verstorbenen Gemeindeglieder haben in den neu geschaffenen Andachts- und Gebetsnischen neben dem Eingang einen neuen ansehnlichen Platz gefunden.

Den stark beschädigten alten Kronleuchter gibt es nicht mehr. Neue bleigefasste Wandleuchten aus Milchglas tauchen die Kirche mit den einzigartigen Malereien an den Emporen in ein weiches warmes Licht.

Von Jürgen Wetzel

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