Mit dem Kicker zum Titel

Trainiert auch zu Hause: Der Deutsche Tischfußballmeister im Seniorendoppel Siegfried Manns an seinem heimischen Kicker. Auf den Regalen an der Wand stehen seine zahlreichen Pokale. Foto: Birmes

„Für Tischfußball ist körperliches Geschick und viel Geduld notwendig.“ So fasst Siegfried Manns die Voraussetzungen für seinen Sport zusammen. Gemeinsam mit Uwe Dittmar gewann der 51-jährige neben der Hessischen Meisterschaft im Seniorendoppel auch die Deutsche Meisterschaft 2015.

„Eigentlich habe ich früher lieber im Einzel gespielt, aber mein Partner hat mich überredet, es zusammen zu probieren. Ich wurde da reingeschleudert“, erinnert sich Siegfried Manns. Der Erfolg gibt ihnen Recht.

Die Anfänge

Dabei fing Manns Sportkarriere zunächst ganz bescheiden an. Die ersten Versuche unternahm er im „Texas Keller“ in Obergeis, in dem ein Kicker stand. Schnell wurde er besser und brachte die ersten Trophäen mit nach Hause. „Ich habe über die vielen Pokale geschimpft, die den Platz wegnahmen“, erzählt seine Frau Brigitte lachend.

So verging eine erfolgreiche Zeit mit vielen gewonnenen Partien, bis die Tochter der Manns’ geboren wurde. Um mehr Zeit für sie zu haben, pausierte der Heizungsbauer sein damaliges Hobby für einige Jahre.

„Leider teilt sie meine Leidenschaft nicht, aber mein siebenjähriger Enkel zeigt schon Interesse“, erklärt Siegfried Manns stolz. Wenn er später immer noch vom Tischfußball begeistert sei, werde er ihm natürlich helfen.

Erst als seine Tochter vor einigen Jahren von zu Hause auszog, startete Siegfried Manns wieder richtig durch und schloss sich dem TFC Kassel an: „Seitdem nehme ich den Tischfußball richtig ernst. Es macht mir einfach Spaß.“ Mit seinem Verein wurde er in dieser Zeit zweimal Landesligameister und einmal Verbandsmeister.

Keine Routine

Der Sport nimmt inzwischen eine große Rolle in seinem Leben ein, auch wenn er nur einmal pro Woche Zeit für das Vereinstraining hat. Für die kleine Übung zwischendurch steht ein alter, aber robuster Kicker in einem kleinem Zimmer im Haus bereit. Trotz der Erfolge und jährlich knapp 13 Landesligaturnieren ist so ein Wettkampf für Siegfried Manns keine Routine: „Ich versuche, mich davor locker zu machen, aber ich bin dann schon angespannt.“

Doch viel Zeit zum Enstpannen bleibt ihm bald nicht mehr, denn die nächste große Herausforderung wartet bereits: „Durch den Meistertitel haben wir uns für die Weltmeisterschaft im Jahr 2017 in Hamburg qualifiziert.“ Sein Training will Siegfried Manns dafür zunächst nicht verändern: „Vielleicht trainiere ich einfach härter.“ Besonders wichtig sei ihm beim Üben das Feedback des Partners. So könne man die Fehler schnell verbessern.

Für alle angehenden Tischfußballprofis hat er noch einen guten Tipp: „Es wäre gut, sich in einem Verein anzumelden. Im Training mit besseren Spielern lernt man schneller.“

Von Melinda Birmes

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