Montagsinterview mit Karoline-Sophia Hofsommer, Einser-Abiturientin

Man kann alles erreichen

Ein schöner Ausgleich in Zeiten des Lernens: Karoline-Sophia Hofsommer mit den Familienhunden Ronja und Otto im Garten. Foto: Schäfer-Marg

Friedlos. Streber im Elfenbeinturm? Überflieger? Glückskinder? Was sind das für junge Menschen, die ihr Abitur rechnerisch noch besser als mit der Note 1 abgeschlossen haben? Davon gibt es in diesem Jahr einige im Landkreis. Wir sprachen mit Karoline-Sophia Hofsommer aus Friedlos. Sie hat 856 von 900 möglichen Punkten erreicht, also einen Abiturschnitt von 0,9. Im Zeugnis steht in solchen Fällen die 1,0.

Karoline, sind Sie eine Streberin?

Karoline-Sophia Hofsommer (lacht): Eine klassische Streberin, die den ganzen Tag über nur vor den Büchern sitzt, bin ich nicht. Aber ich bin zielstrebig. Und ich bin sicher, dass man alles erreichen kann, wenn man etwas wirklich will und bereit ist, dafür zu arbeiten.

Fällt Ihnen das Lernen schwer?

Hofsommer: Nein, ich kann leicht lernen. Auf Klausuren bereite ich mich kurz und intensiv vor. Ich fange wie die meisten anderen Schüler erst zwei, drei Tage vor einer Klausur mit dem Lernen an. Nur fürs Abi habe ich ein paar Wochen früher begonnen.

Welche Leistungskurse hatten Sie?

Hofsommer: Mathe und Latein.

Das sind ja nun nicht gerade die beliebtesten Fächer.

Hofsommer: Das stimmt. Aber ich mag das Logische daran, dass man vom einen auf das andere schließen kann und es konkrete Ergebnisse gibt. Ich muss auch sagen, dass ich in beiden Fächern von Beginn an die richtigen Lehrer hatte. Aber eigentlich habe ich alle Fächer gern gemacht – gerade auch Biologie und Geschichte.

Haben Sie noch andere Leidenschaften als Wissenserweiterung?

Hofsommer (lacht wieder). Klar. Ich gehe gern joggen. Stöpsel in die Ohren und los – das liebe ich. Und ich beschäftige mich gern mit unseren Hunden Ronja und Otto. Außerdem backe und koche ich gern und probiere dabei Neues aus. Reisen mag ich auch. Ich lese ganz gern, früher allerdings mehr als heute.

Buch oder E-Book?

Hofsommer: Ganz klar Buch. Ein Buch ist greifbarer für mich – im wahrsten Sinne des Wortes.

Ausgehen und feiern?

Hofsommer: Mach’ ich total gern. Ich renne zwar nicht auf jede Kirmes, aber ich gehe gern abends weg.

Was fangen Sie jetzt mit Ihrem super Abi an?

Hofsommer: Ich bewerbe mich um einen Medizin-Studienplatz. Am liebsten würde ich nach Göttingen gehen. Das heißt, weg sein, aber noch nahe an der Heimat. Ich interessiere mich für Orthopädie und Sportmedizin. Deshalb mache ich im Sommer auch ein Praktikum in der orthopädischen Klinik in Bad Hersfeld. Ich könnte mir aber auch vorstellen, in der medizinischen Forschung zu arbeiten. Ganz wichtig ist mir aber auch, eine Familie zu gründen. Ich will Mutter werden und dann auch für meine Kinder da sein. Dafür würde ich auch eine berufliche Auszeit nehmen.

Eine Auszeit, wenn man in der Forschung arbeitet?

Hofsommer: Ja. Ich denke, das kriege ich hin. Mir ist Familie einfach total wichtig. Ich hatte auch die Unterstützung durch meine Familie. Man braucht einfach die richtigen Leute, die einem Kraft geben.

Von Silke Schäfer-Marg

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