Nette Begegnungen beim Herbstmarkt im Evangelischen Altenhilfezentrum Ludwigsau

Kamele, Kuchen, Kreatives

Waltraud Mattukat, Elisabeth Borrack, Gabriele Rabbel und Luisa Braun (von links) freuen sich über Lippenbalsam, Warme-Socken-Salbe und Marmelade mit selbstgehäkelter Deckeldekoration.

Reilos. Die Sonne lacht vom strahlend blauen Himmel. Vorm Evangelischen Altenhilfezentrum Ludwigsau steigt Rauch auf. Aber nur, weil Bratwurst gegrillt wird und Forellen geräuchert werden. Schließlich ist Herbstmarkt. Bewohner und Besucher geben sich das ganze Wochenende über die Klinke in die Hand. 32 Aussteller hat Anita Rubener, die gute Seele der Verwaltung, nach Reilos eingeladen.

Manche kommen von „um die Ecke“ wie Madlen Hildebrand, die selbst hergestellten Kochkäse und Wurst aus dem Hofladen zur Mühle anbietet, manche aus der Region. Wie Stefan, Gabriel und Carl-Henning Natrup aus Schwarzenhasel, die Reh- und Rotwildspezialitäten mitgebracht haben. Darüber hinaus gibt es selbst gebackenen Stollen und viererlei Sorten Natursauerteig-Brot. „Unser Fitness-Brot mit Mais, Karotten und Haselnüssen schmeckt besonders gut!“, schwärmt Birgit Schubert. Das nehmen ihr Käthe Braun und Karin Wagner aus Lispenhausen, die ihre 94-jährige Tante besuchen wollen, gerne ab.

Im Eingangsbereich klingen Kaffeelöffel. Auf vielerlei Sitzgelegenheiten haben sich kleine Grüppchen zusammengefunden, um den köstlichen Kuchen zu genießen. Überall Begegnung, auf die sich viele Alte schon lange gefreut haben. Schwätzchen mit Nachbarn von früher, und auch die Freude, etwas Selbstgebasteltes anbieten oder etwas Neues kaufen zu können. Beschäftigungstherapeutin Gabriele Rabbel hat sich wieder sehr engagiert und präsentiert mit einigen Schützlingen Lippenbalsam und Warme-Socken-Salbe aus Äpfeln, Ingwer und Zimt. „Die ist gut gegen kalte Hände“, erzählt sie, „und wir verwenden sie auch bei uns im Haus.“

Rosemarie Töpfer aus Raboldshausen klöppelt gerade einen Schmetterling. Sie freut sich darüber, dass ihr viele Besucher von früher erzählen, und dass sich die 94-jährige Hausbewohnerin Frieda Jürgensmeier für ihre Kunst interessiert. Ähnlich ist es bei Heidelinde Klinge aus Gemünden, die Hessenstickerei anbietet. Ihr „Renner“ sind Handyhüllen mit Eulenmotiv. Bei Holger Pfannkuch aus Ransbach kann man dreidimensionale Holzarbeiten, Intarsia, bestaunen, bei Betty Bösser marmorierte Seifen mit Ringelblumen- und Zitronenduft.

„Die“ Attraktion sind aber diesmal die Kamele von Beatrix, Thomas und Florian Zintl. Die Leibolzer haben den braunen Aladin und den hellgrauen Caruso mitgebracht und alle Kinder wollen auf ihnen reiten. Auch die vierjährige Amelie Neufeld. Zusammen mit ihrer Schwester Julia wagt sie eine Runde. Am Höcker kann man sich gut festhalten. Das wissen auch Hedwig Bechstein und Martha Claus vom Heimbeirat. Sie sitzen gemütlich auf einer Hollywoodschaukel und genießen das Ambiente.

Von Wilfried Apel

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