Massenschlüpfen im Sandkasten des Kindergartens

Hirschkäfer sorgen für Überraschung

Ein Hirschkäfer beim Schlüpfen: Erst befreit er sich mühevoll aus dem Sand ... Foto: Manns

FRIEDLOS. Nachdem schon vor einigen Wochen Küken im Kindergarten in Ludwigsau-Friedlos geschlüpft waren – eine geplante Aktion –, erlebten Kinder und Erzieherinnen nun eine Überraschung, als im Sandkasten massenweise Hirschkäfer schlüpften.

Weil der Sandkasten hinter dem Kindergarten mit alten Eichenstämmen eingefasst wurde, suchte sich ein Hirschkäferweibchen dieses Material wohl als Kinderstube für seinen Nachwuchs aus und legte circa 20 Eier dort ab.

Sehr schön kann man die aus dem Sand ragenden Geweihe der Männchen sehen, die sich ans Tageslicht vorarbeiten.

Heutzutage steht der Hirschkäfer auf der Roten Liste und ist vom Aussterben bedroht. Hirschkäferlarven entwickeln sich in Wurzeln, Stämmen und Stümpfen, brauchen jedoch durch Pilzbefall zermürbtes Totholz, insbesondere von Eichen. Die cremefarbenen Larven benötigen je nach Qualität des Holzes meist drei bis fünf, manchmal auch bis zu acht Jahre für ihre Entwicklung und werden bis zur letzten Häutung oft über elf Zentimeter lang.

Als ausgewachsene Käfer leben die Tiere maximal einen Monat lang. Sie können fliegen und schwärmen besonders in der Dämmerung. Die Männchen können das Geweih nicht zum Beißen und Kauen verwenden, sie saugen und lecken lediglich Pflanzensäfte.

Wer einen Hirschkäfer findet oder sieht, sollte diesen Fund bei Hessen Forst unter der E-Mail-Adresse naturschutzdaten@forst.hessen.de oder per Telefon (0641-4991-0) melden. Meldungen nehmen auch die Forstämter in der Region entgegen. (gm)

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