Bürger aus Niederthalhausen stellen in Eigenregie zwei große Vogelhäuser auf

Ein Herz für Schwalben

Peter Schütrumpf (unten links) und seine Mitstreiter beim Aufbau des Schwalbenhauses. Foto: Gerhard Manns

Niederthalhausen. Es gibt immer noch Menschen, die – ohne lang zu fragen oder erst nach dem Staat rufen – uneigennützig anpacken und Gutes für Mensch und Umwelt tun. Wie so etwas geht, zeigten eine Handvoll Männer aus dem Ludwigsauer Ortsteil Niederthalhausen im „Besengrund“, die zwei „Unterkünfte“ für die Mehlschwalben, die sogenannten Hausschwalben, bauten.

Dreck an der Hauswand

„Keiner will mehr die Nester der Schwalben am Haus haben, weil sich dann viel Dreck auch an der Hauswand oder auf dem abgestellten PKW wiederfindet“, erklärt Peter Schütrumpf, „genau deswegen bauen wir den Tieren eine neue Nistmöglichkeit, die hoffentlich angenommen wird.“

Auf die Idee für die Aktion kamen Peter Schütrumpf und Johann Theiß bei einer Radtour am Edersee und durch die Gemeinde Basdorf, wo die beiden Radler fünf ähnliche Schwalbenhäuser entdeckten.

Die Realisierung dieses Projektes nahm Formen an und bei einer Besprechung mit der Firma E.ON im Bürgermeisteramt sprach Peter Schütrumpf, der Vorsitzender der Gemeindevertretung in Ludwigsau ist, den Vertreter des regionalen Energieversorgers an, ob es nicht möglich sei, einen ausgedienten Holzmast für das Schwalbenhaus zu sponsern. Das sagte die Firma E.ON spontan zu.

Eine Materialspende gab es von der Firma Baustoffhandel Schäfer aus Alheim und Geldspenden von den örtlichen Firmen, der Gaststätte Allendorf, der Landbäckerei Brack, der KFZ-Meisterwerkstatt Neeb und der Heizungs-und Sanitärfirma Zuschlag. Auch bei der „Grundstücksfrage“, wo denn die beiden Häuser nun aufgestellt werden dürfen, fanden sich Bürger, die einen Platz auf ihrem Privatgrundstück zur Verfügung stellten.

115 Arbeitsstunden

Bei der Anfertigung der beiden Schwalbenhäuser in der Scheune von Peter Schütrumpf wurden insgesamt 115 Arbeitsstunden geleistet. Den Ideengebern stand Willi Becker hilfreich zur Seite. Beim Aufstellen des ersten Objekts auf dem Grundstück von Jörg Brack war Otto Braun mit seinem Schlepper und Seilwinde behilflich.

Peter Schütrumpf dankte allen Firmen und Spendern für ihre Unterstützung der Aktion, die auch für andere Gemeinden beispielhaft sein könnte, „denn Naturschutz geht uns alle an“. (gm/kai)

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