Begeisterung beim Herbstkonzert des Gemischten Chores des MGV „Liederkranz“

Halb Friedlos verzaubert

Chormusikalischer Höhepunkt: Mit einem wunderbaren Herbstkonzert mit geistlichen, klassischen und modernen Werken begeisterte der Gemischte Chor des Männergesangvereins „Liederkranz“ 1887 Friedlos in der Friedloser Kirche die Zuhörer. Unter der Leitung von Chorleiter Alexander Maier (links) spannten die Sängerinnen und Sänger einen weiten musikalischen Bogen, der ihnen viel Applaus einbrachte. Foto:Apel

Friedlos. Angeblich waren die Sängerinnen und Sänger des Gemischten Chores des Männergesangvereins „Liederkranz“ vor dem Herbstkonzert in der Friedloser Kirche aufgeregt. Man merkte es ihnen aber nicht an.

Vielmehr ließen sich die zahlreichen Konzertbesucher vom Chor, vom Panflötisten Alexander Delgas und vom Geiger Johan Pepper verzaubern. Die beiden Musiker waren die heimlichen Stars des Abends. Der Eine mit der unvergessenen James-Last-Melodie „Der einsame Hirte“ und dem an ein Psalmwort angelehnten, spielerisch und doch kraftvoll vorgetragenen Hällmark-Stück „Dir gebührt die Ehre“. Der Andere vor allem mit dem „Ungarischen Tanz Nr. 5“ von Johannes Brahms und dem bekannten „Czardas“ für Violine und Klavier von Vittorio Monti, bei dem der in Ecuador geborene und in Deutschland studierende junge Mann zusammen mit Heinrich Janzen zeigen konnte, wie viel Talent in ihm steckt. In fast schon zurückhaltender Weise entlockte er seinem Instrument allerfeinste, höchste, schönste Töne und begeisterte damit die Zuhörer im vollbesetzten Gotteshaus, das derartig Ungarisches noch nie gehört haben dürfte. Wie drückte es Walter Zerr aus, der das gut zweistündige Programm charmant-souverän moderierte und auch noch ein Gedicht aus eigener Feder beisteuerte: „So klingt es, wenn man mit seinem Instrument eins wird!“

Aber das war der Friedloser Chor auch mit seinem Programm. Angefangen beim einladenden, Stimmgewalt ahnen lassenden „Hereinspaziert!“ bis hin zu der von Alt-Chorleiter Helgo Hahn am Klavier begleiteten Spezial-Zugabe „Rote Lippen soll man küssen“ zeigten die Ludwigsauer, welches Potential in ihnen steckt und wie intensiv ihr junger, aus der Ukraine stammender Chorleiter Alexander Maier mit ihnen gearbeitet hat. Der wiederum beeindruckte mit seinem mit natürlicher Ausstrahlung und viel Seele gesungenen „Du schenkst mir Kraft“ (nach dem Westlife-Hit „You Raise Me Up“) und dem noch gefühlvolleren „Ich wollte nie erwachsen sein“, dem wohl schönsten Lied aus dem Peter-Maffay-Musical „Tabaluga“.

Ohrwürmer

Weitere Höhepunkte des mit geistlichen, klassischen und modernen Stücken wohlausgewogen dargebotenen Herbstkonzerts waren Stücke aus der „Deutschen Messe“ von Franz Schubert und aus „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, der Chorsatz „Morgens und abends“ von Hermann Josef Rübben, das Spiritual „David und seine Harfe“, „Die drei Volkslieder“, „Der Fischer“, das Potpourri „Melodien zum Verlieben“, der „Bolero der Herzen“ und diverse Ohrwürmer von den Comedian Harmonists. Dafür spendete das Publikum reichlich Applaus, sicherlich auch mit dem Wunsch, dass es schon bald ein Wiedersehen geben möge. Ähnlich formulierte es der MGV-Vorsitzende Wilfried Lippert, der die Anwesenden zum Mitmachen beim „Erlebnis Chorgemeinschaft“ einlud. Mögen alle Wünsche in Erfüllung gehen!

Von Wilfired Apel

Kommentare