Tänzer, Schauspieler und Sänger begeistern beim Dorfabend der Tanner Volkstanzgruppe

Der „Grand Prix“ war allen wurst

Viel mehr Anmut als beim „Grand Prix“: Lara Hildebrand (von links), Laura Sophia Göbel, Mira Schäfer (im Hintergrund) und Ronja Schuch. Fotos: Apel

Tann. Europa verfolgte den European Song Contest. Nur den Tannern war der „Grand Prix“ wurst. Und das zu recht, denn die Volkstanzgruppe bescherte ganz Ludwigsau nach längerer Pause wieder einmal einen wunderbaren Dorfabend.

Nicht ganz so glitzernd wie in Kopenhagen, aber mit viel mehr Herz und natürlicher Anmut. Alle Mitwirkenden gaben ihr Bestes. Angefangen bei der fünfköpfigen Kapelle, die das gut zweistündige Programm mit der „Happy Polka“ eröffnete, bis hin zur Hauptgruppe der 33 Jahre jungen Volkstanzgruppe, die beim großen Finale Tanzboden und Besengrundhalle „schuhplattelnd“ und nach Alpenrebellen-Art fast schon bayerisch rockend zum Beben brachte. Toll, wie sie mit Unterstützung aller Tänzerinnen und Tänzer das Treiben unter dem Maibaum in Szene setzte und das Publikum mit „Rock mi“ verzückte.

Eindrucksvoller Nachwuchs

Schon die aus acht Mädchen bestehende Kindergruppe hatte unter dem Motto „Der Müller und der Schuster“ eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass im Besengrund immer wieder Tänzerinnen heranwachsen, die Spaß daran haben, in alten Trachten aufzutreten und Volkslieder mit Leben zu erfüllen. Die zwei Jüngsten waren gerade mal vier Jahre alt. Ähnlich war es bei der Nachwuchsgruppe, die mit einem anspruchsvollen Potpourri zu begeistern wusste. Marion Scherer, eine der Protagonistinnen des Tanner Volkstanzes, brachte es auf den Punkt: „Die Bühne scheppert doch gar zu schön, wenn ihr tanzt!“

Die Hauptgruppe nahm das Publikum mit zum „Kronenwirt“. Sie verband Altgekonntes mit Neugelerntem und stellte Ausschnitte aus dem Programm vor, mit dem sie im Juli beim größten Folklore-Festival Brasiliens Deutschland vertreten wird, unter anderem den Fischertanz und den Wittenauer Tortanz. Riesenapplaus erntete sie für ihren in phantasievollen weißen, nur von blauem Neonlicht in Szene gesetzten Tanz aus dem Film „Ghostbusters“.

Ein weiterer Höhepunkt war der von Irmgard Schmidt geschriebene und von Mitgliedern der Theatergruppe aufgeführte Sketch „Im Reisebüro“. Ganz klar, dass Frau Klug (Leonie Dick) nicht in der Lage war, das passende Reiseziel für Gretchen aus der Tann (Beate Dick) zu finden. Schließlich sollte die Reise nicht zu teuer sein, wegen möglicher sexueller Belästigung wollte Gretchen nicht fliegen, eine Kreuzfahrt kam nicht in Frage, weil sie und Freundin Lieschen keinen Freischwimmer haben, und nach Frankreich wollte sie nicht, weil sie in Changé auf Bürgermeister Baumann treffen könnte. Letztendlich beschloss sie, sich von Dr. Kuhl eine Kur verschreiben zu lassen. Gemeinsam mit Herrn Kummer (Helgo Pfau), der einen Brasilienurlaub mit Sambatänzerin buchen wollte und ebenfalls „leer“ ausging, empfahl sie außerdem, Ende Oktober in Tann ins Dorftheater zu gehen.

Musikalisches Glanzlicht des Abends war der Auftritt des Wehrdaer Gospelchors „Sisters in Action“. Die Haunetaler Sängerinnen begeisterten unter anderem mit „Amazing Grace“ und „Oh Happy Day“.

Von Wilfried Apel

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