Grundschule Neuenstein verabschiedet Schulleiterin Ursula Berndt in den Ruhestand

Gerne zur Schule gegangen

Mit großem Einsatz haben die Mädchen und Jungen und die Lehrkräfte der Grundschule Neuenstein ein abwechslungsreiches Programm zum Abschied ihrer Schulleiterin Ursula Berndt vorbereitet und sie damit überrascht. Fotos: Brunhilde Miehe

Obergeis. Am meisten freut sich Ursula Berndt darauf, dass jetzt der ständige Zeitdruck wegfällt. Am Donnerstag ist die Schulleiterin der Grundschule Neuenstein in den Ruhestand verabschiedet worden, jetzt beginnen für sie die ganz großen Ferien.

Zeit, wehmütig zu werden, hatte Ursula Berndt bisher noch nicht. „Ich habe hier Hektik bis zum Schluss“, erzählt sie. Am Mittwoch hat sie noch zwei neue Lehrerinnen eingestellt, die sich dann die Stelle der ebenfalls in den Ruhestand verabschiedeten Christa von Roschinsky teilen sollen. Zuversichtlich ist Berndt, dass auch ihre Nachfolge noch vor Beginn des neuen Schuljahres geregelt sein wird.

Mochte immer Kinder

30 Jahre hat Ursula Berndt an der Grundschule Neuenstein gearbeitet, davon 27 Jahre als Schulleiterin. Dabei wollte sie eigentlich gar nicht Lehrerin werden. Nach dem Abitur an der Winfriedschule in Fulda hat sie zunächst Agrarwissenschaften studiert und dann erst auf Lehramt umgesattelt. „Ich mochte schon immer Kinder und das hat auch gut funktioniert“, erzählt Berndt. „Der Beruf hat mich voll ausgefüllt, ich bin jeden Tag gerne in die Schule gegangen.“

Inzwischen hat sich auch schon die zweite Generation von Neuensteiner Kindern betreut, die Söhne und Töchter ihrer ehemaligen Schülerinnen. Sind die Kinder heute schwieriger als früher? „Sie sind anders“, findet die erfahrene Pädagogin. Sie seien nicht mehr so angepasst, freier und selbstständiger. Und sie brächten viel mehr Wissen mit, zum Teil auch aus den neuen Medien.

Geändert hat sich zudem das gesellschaftliche Umfeld. Auch auf dem Land sind viel mehr Mütter berufstätig, ist eine Nachmittagsbetreuung an der Schule notwendig. „Wir haben immer versucht, den gesellschaftlichen Wandel an der Schule mitzuvollziehen, zumindest solange uns das sinnvoll erschien“, erklärt Berndt.

Besonders geschätzt hat sie in Neuenstein die enge Verzahnung zwischen Schule, Gemeinde, Vereinen und Eltern. „Dass man hier so viel erreichen kann auf dem kleinen Dienstweg, das hat mir immer Spaß gemacht“, sagt Berndt und erzählt von Besuchen beim Imker oder im Wald mit dem Förster, gemeinsamen Auftritten von Schulchor und Männergesangverein oder den jährlich stattfindenden Brotback-Aktionen mit dem Heimat- und Trachtenverein. So werde der Unterricht spannend und lebensnah für die Schüler, ist sie überzeugt.

Sehr wichtig war auch immer die enge Zusammenarbeit mit dem Kindergarten. Gemeinsame Fortbildungen und pädagogische Tage und ein Lehrer, der an vier Stunden in der Woche Vorschularbeit im Kindergarten macht, finanziert von der Gemeinde, sorgten für einen reibungslosen Übergang vom Kindergarten zur Schule, betont Berndt.

Ihre neu gewonnene Freizeit will Berndt jetzt für ihre Familie und für ihren Freundeskreis nutzen. Die leidenschaftliche Reiterin freut sich zudem, schon morgens durch den Wald reiten zu können.

Von Christine Zacharias

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