Gittersdorfer weihten ihre neue Kulturscheune ein – Objekt mit EU-Förderung gebaut

Gemeinsam viel erreichen

In der neuen Kulturscheune lässt es sich gut feiern. Davon überzeugten sich die Besucher des Einweihungsfestes am Wochenende . Vorne rechts Ortsvorsteher Albert Kempf und Bürgermeister Walter Glänzer, ihnen gegenüber Pfarrer Michael Zehender und MdL Torsten Warnecke. Foto:  Zacharias

Gittersdorf. Gemeinschaftssinn wird in Gittersdorf groß geschrieben. Deshalb war es für die Gittersdorfer immer klar, dass sie neben ihrem Dorfgemeinschaftshaus auch wieder eine Kulturscheune haben wollen. Der alten Festscheune, der ehemaligen Dreschhalle, hatte der Holzwurm so gründlich zugesetzt, dass sie nur noch abgerissen werden konnte. In der neuen Scheune wurde am Wochenende Einweihung gefeiert.

Menschen mit Visionen

Um so ein Großprojekt zu bewältigen, dazu braucht es zum einen Menschen mit Visionen, zum anderen jede Menge freiwilliger Helfer. Ein wenig Glück schadet auch nicht. Das hatten die Gittersdorfer, als es ihnen gelang, ihre Kulturscheune im LEADER-Projekt der Europäischen Union unterzubringen. Das brachte 70 000 Euro an Fördergeldern für das insgesamt 140 000 Euro teure Objekt und damit zusätzliche Kapazitäten für die Dorferneuerung, die eine neue Kulturscheune bereits auf Platz eins ihrer Prioritätenliste gesetzt hatte.

„Wir sind stolz, Ihnen zu zeigen, was man gemeinschaftlich erreichen kann“, sagte Bürgermeister Walter Glänzer zu den Ehrengästen, unter anderem Landtagsabgeordneter Torsten Warnecke und Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt. Jeder Euro an Fördermitteln habe eine Menge Mitarbeit und Engagement bei den Gittersdorfern ausgelöst.

Die erste Vision für die Scheune, so erzählte Glänzer, hatte Armin Ickler. Seine Zeichnung wurde vom Architekturbüro Hess in einen statisch geprüften Bauplan umgesetzt. Die großen Gewerke übernahmen Firmen, den Rest die Gittersdörfer in Eigenleistung. Allen voran immer wieder Armin Ickler, Er gestaltete schließlich auch noch ein Eichenkreuz, das über dem Eingangstor der Scheune angebracht und die Menschen, die dort ein- und ausgehen unter Gottes Segen stellen soll. Den erbat auch Pfarrer Michael Zehender, der einen Gottesdienst zum Auftakt der Feier gestaltete.

In der Scheune soll, darauf wies Glänzer hin, nicht nur gefeiert werden. Sie dient auch als eine Art Informationszentrum dafür, wie Landwirtschaft und Handwerk früher waren. Jede Menge altes landwirtschaftliches Gerät ist unter dem Dach der Scheune untergebracht. Schulklassen haben die Gelegenheit zur Information bereits genutzt.

Bis zur letzten Minute

Mit einem Raum zum Feiern allein ist es nicht getan. Schließlich müssen auch Speisen zubereitet und Toiletten für die Gäste geschaffen werden. Dazu nutzten die Gittersdorfer die ehemalige Gefrieranlage direkt neben der Scheune. „Das hat viel Arbeit gemacht. Bis heute Morgen wurde gekämpft“, würdigte Glänzer den Einsatz der Gittersdorfer.

Die ließen sich nach dem offiziellen Teil erst einmal ein deftiges Gulasch mit frisch gebackenem Bauernbrot schmecken. Dann gab es einen unterhaltsamen Dorfabend, an dem alle Generationen mitwirkten, die Schulkinder, eine Jugendgruppe und die Älteren, die Sketche aufführten. Auch Bürgermeister Walter Glänzer und Pfarrer Michael Zehender ließen es sich nicht nehmen, gemeinsam auf der Bühne aufzutreten.

Mit Frühschoppen, Mittagessen und Kaffeetrinken ging die Feier am Sonntag weiter. Und natürlich waren auch die Radfahrer, die die direkt am Geistal-Radweg liegende Scheune passierten, herzlich willkommen zu einer Rast in Gittersdorf.

Von Christine Zacharias

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