Die Feuerwehrfrauen aus Gerterode überzeugen beim Kreisentscheid auf ganzer Linie

Es geht auch ohne Männer

Feuerlöschen ist hier Frauensache: Die Gerteröder Feuerwehr-Damen freuten sich nach den Wettkämpfen in Niederaula über einen tollen dritten Platz. Foto: Manns

Gerterode. Während manche Feuerwehr immer noch verbissen die vermeintliche Männerdomäne verteidigt, wird bei der Feuerwehr Ludwigsau-Gerterode bereits ein gutes Drittel der Einsatzabteilung durch Frauen besetzt.

Als sinnvolle Ergänzung zur feuerwehrtechnischen Standortausbildung nimmt die Feuerwehr Gerterode seit vielen Jahren an den Leistungswettkämpfen auf Gemeinde- und Kreisebene teil. In diesem Jahr hatten sich die „Feuerwehrladys“ ein besonderes Ziel gesetzt. Eine reine Damenmannschaft sollte beim Kreisentscheid die weitgehend männliche Konkurrenz herausfordern.

Fehlerfrei präsentiert

Nach Auswertung der Ergebnisse aus theoretischem Wissenstest sowie praktischer Beherrschung von technischem Gerät und taktischer Einsatzlagen waren die Gerteröder Damen eine von drei Mannschaften im Starterfeld, die sich fehlerfrei präsentierte. Erstmalig wird damit der Landkreis Hersfeld-Rotenburg bei den Bezirksmeisterschaften mit einer reinen Damenmannschaft vertreten sein.

Mit diesem Vorbildmodell aus Gerterode kann man dem demografischen Wandel wirkungsvoll entgegentreten und so den dringend benötigten Nachwuchs für die Einsatzabteilungen sichern, empfehlen die Gerteröderinnen ihr Modell anderen Wehren zur Nachahmung. Bereits Mitte der 90iger Jahre ließen es sich die ersten Frauen nicht mehr nehmen, den aktiven Dienst bei der Feuerwehr anzutreten. Nach aktiven Jahren in der Jugendfeuerwehr war es für die Mädels selbstverständlich, nun auch in den echten Schutzanzug zu schlüpfen.

Zu den ehemaligen Jugendfeuerwehrmädchen gesellten sich im Laufe der Jahre auch immer mehr Seiteneinsteigerinnen. Dass Vater und Sohn in einer Feuerwehr aktiv sind, ist weit verbreitet. Doch nach Mutter und Tochter am gleichen Strahlrohr wird man dagegen schon intensiver suchen müssen.

Nicht nur beim Altersgefüge ist heute kein Unterschied zu den Männern mehr erkennbar. Auch bei den feuerwehrtechnischen Ausbildungen stehen die Damen den Männern in nichts mehr nach. Neben dem obligatorischen Grundlehrgang sind weiterführende Qualifikationen keine Seltenheit mehr.

Die Frauen der Wehr Gerterode stellen insbesondere am Tage einen ganz besonderen Einsatzwert dar, decken sie mit ihrer Anwesenheit im Ort doch genau die Zeiten ab, zu denen die Feuerwehren ihr größtes Alarmierungsproblem haben. Auch sind sie es, die einen ganz wesentlichen Beitrag zum vorbeugenden Brandschutz leisten. Wenn die Sprösslinge der jungen Mütter etwa aus erster Hand lernen, warum ein Rauchmelder Leben rettet, dann wird so manche Alarmierung der Einsatzabteilung von vornherein entbehrlich. Als besonderer Glücksfall für die Gerteröder Wehr sind zwei der Feuerwehrfrauen auch noch als leitende Ausbilder und Betreuer der Jugendfeuerwehr tätig.

Von Gerhard Manns

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