Bürgerinitiative kämpft gegen 39 Windkraftanlagen – Einwände noch bis 29. Mai

Gegenwind in Ludwigsau

Einwände aus Ludwigsau: Bei der Bürgerversammlung in Rohrbach sprachen sich 75 Ludwigsauer einstimmig gegen die Windkraftpläne in ihrer Region aus. Foto: Geier

Rohrbach. „Noch bis zum 29. Mai können wir unsere Bedenken gegenüber dem Teilregionalplan Energie Nordhessen äußern und das müssen wir jetzt auch tun“, erklärte Ortsvorsteher Karl Grebe am Mittwochabend bei der Bürgerversammlung in Ludwigsau. Damit nimmt die Gemeinde den Widerstand gegen die geplanten Windparks an den Rändern von Rohrbachtal und Beisetal auf.

Die angefertigten Karten sprechen eine deutliche Sprache: Ludwigsau umzingelt von Windkraftanlagen. Vom „Windwahn im Schwachwindgebiet“ sprach der Ortsvorsteher. 75 Ludwigsauer waren bei der Bürgerversammlung in Rohrbach und wollen nun gegen die neu geplanten Windkraftstandorte erbitterten Widerstand leisten. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde an diesem Abend der gemeinnützige Verein Bürgerinitiative Ludwigsau gegründet.

„Wir müssen uns wehren“

In einer leidenschaftlichen Debatte diskutierten die Bürger den Kampf gegen die Windkraftanlagen. Markus Sauerwein, in der Versammlung zum Vorsitzenden der BI gewählt, wählte deutliche Worte: „Wir müssen uns jetzt alle zusammen und so schnell wie möglich gegen die Pläne wehren.“ Die Natur, Landschaft und nicht zuletzt der Mensch finde im Teilregionalplan Windenergie Nordhessen zu wenig Beachtung. „Jetzt müssen wir dem Regierungspräsidium in Kassel zeigen, dass uns dieser Plan nicht gefällt“, sagt Sauerwein.

Er appellierte deshalb an alle Bürger, von ihrem Einspruchsrecht gegen den Entwurf des Teilregionalplans Gebrauch zu machen. Bis zum 29. Mai kann jeder Bürger beim Regierungspräsidium Kassel Einspruch erheben. Nach dem Ablauf der Frist können keine weiteren Einwände beim Regierungspräsidium eingereicht werden. Die BI hat schon Einspruchschreiben vorbereitet, die in den nächsten Tagen in Ludwigsau verteilt werden sollen.

Zu viel Lärm

Vor allem die Rohrbacher Bürger leiden unter den bereits bestehenden Windkraftanlagen am Wehneberg. Der Lärm der sechs Anlagen müsse reduziert werden, so Sauerwein. Denn laut einer Lärmmessung würden die Rohrbacher Bürger deutlich stärker belastet, als es die gesetzlich zulässigen Grenzwerte zuließen. „Außerdem stehen die Windräder sehr häufig still und produzieren dann überhaupt keinen Strom“, berichtet der Vorsitzende. Deshalb will die BI diese Windräder im Auge behalten.

„Wir müssen möglichst viel Gegenwind gegen die Windräder entfachen“, sagte Grebe. In Ludwigsau soll vor allem Zeit gewonnen werden, „denn mit dem Auslaufen der Förderrichtlinien für Windanlagen im Jahr 2017 sterben auch die Pläne der Investoren“, prophezeite Dr. Reinhard Kuhl.

Von Christiane Geier

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