Mit Scharnieren und Beleuchtung: Herbert Horn baut mit viel Liebe zum Detail Krippen

Geduldiger Bastler

Die Figuren sind gekauft, ansonsten ist diese Krippe reine Handarbeit mit viel Liebe zum Detail. 21 solcher Krippen in verschiedenen Ausführungen hat Herbert Horn aus Obergeis schon gebaut. Fotos: Maaz

Obergeis. „Das kann ich auch“, habe er sich gedacht, als seine Tochter vor gut zwei Jahren vom Weihnachtsmarkt eine schlichte Krippe aus Holz mitbrachte. Und er konnte es sogar besser. Herbert Horn aus Obergeis baut mit viel Liebe zum Detail Krippen, gerade ist die 21. fertig geworden.

Als der gelernte Großhandelskaufmann vor zwei Jahren mehr oder weniger freiwillig aus dem Berufsleben ausschied, war die handwerkliche Arbeit für den inzwischen 62-Jährigen auch ein Ausgleich, sprich: ein willkommener Zeitvertreib. „Irgendwann wurden es mehr und mehr“, berichtet Horn lachend. Im Heizungskeller hat sich der Bastler eine gut ausgestattete Werkstatt eingerichtet. „Da ist es schön warm und ich kann ganz in Ruhe arbeiten.“

Monika Horn bewundert die Geduld ihres Mannes und sein Geschick. „Ich könnte das nicht“, sagt sie. Kleine Bänke, Bäume oder Brunnen, Querbalken und Dachschindeln: alles was geht, macht Horn selbst, zum Beispiel aus Dachlatten oder Kanthölzern. Den Putz an den Wänden trägt der 62-Jährige mit einem kleinen Spachtel auf. Alle Türen haben Scharniere, sodass man sie öffnen und schließen kann, und natürlich sind alle Krippen beleuchtet. „Bei maschinell gefertigten Krippen gehen die Türen nicht auf“, erklärt Horn nicht ohne Stolz. Etwa 14 Tage baut er an einer Krippe.

Ideen sammelt der Obergeiser auf Märkten, im Internet oder in Büchern. Auch einen Krippenbauer in der Eifel hat Horn schon besucht, um sich dessen Arbeiten anzuschauen. Einfach nachbauen will er andere Krippen aber nicht. „Das wäre ja ...“, winkt er entschieden ab. Ansonsten gilt das Motto: Probieren geht über studieren. Kleine Hügel und Unebenheiten etwa fertigt Horn aus Gips und Zeitungspapier an. „Die Ideen kommen beim Bauen.“

Sobald das Gerippe einer Krippe steht, macht Horn davon ein Foto und notiert sich die Maße der Balken und Wände, für den Fall, dass er ein ähnliches Modell nochmal bauen will. Aber eigentlich ist jede Krippe ein Unikat.

Einen religiösen Hintergrund verbindet Herbert Horn mit seinem Hobby nicht, wenngleich mindestens eine Krippe im Wohnzimmer zur Weihnachtszeit natürlich Pflicht im Hause Horn ist. Die restlichen Häuschen verschenkt der Hobbyhandwerker in der Verwandtschaft oder an Bekannte. Einige ältere Modelle stehen gut verpackt im Keller. Auch bei Ausstellungen hat Horn seine Arbeiten schon präsentiert.

Im Sommer hat Herbert Horn eine andere Baustelle: ein 80 Zentimeter langes und 60 Zentimeter hohes Holzhaus mit Mühlrad möchte er nächstes Jahr anfertigen.

Von Nadine Maaz

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