Tanner Sänger feierten ihren 130. Vereinsgeburtstag

Fröhlicher Festgesang

Hat sich um den Chorgesang und im Hinblick auf die Vertretung seines erkrankten Freundes Wilhelm Möllney verdient gemacht: Christa Klein, die Vorsitzende des Tanner Gesangvereins, bedankte sich beim fast überall eingesprungenen „Ersatz-Dirigenten“ Wilhelm Jacob mit einem Präsent und einem großen Gladiolenstrauß.

Tann. „Singet, denn Gesang ist Leben!“ So steht es auf dem großen Banner, das die Tanner Sängerinnen und Sänger anlässlich des 130. Geburtstages des Gesangvereins „Frohsinn“ über der Bühne der Besengrundhalle angebracht haben.

Und so ist es auch. Denn nur weil sie viele Jahrzehnte lang dem Gesang die Treue gehalten, mit ihm gelebt und gefeiert haben und mit Weitsicht die Zeichen der Zeit erkannt haben, können sie am Sonntagnachmittag feiern. Mit Gästen natürlich, denn in Gemeinschaft singt und feiert es sich besser. Zur Einstimmung singen die Tanner gemeinsam mit den Sangesbrüdern und -schwestern aus Sorga, mit denen sie seit 30 Jahren eine Chorgemeinschaft bilden, die „Tanner Nationalhymne“, in der „das kleine, liebe Stückchen Erde“ im Besengrund in den Himmel gehoben wird.

Dann begrüßt die seit 2008 als Vorsitzende und „Mutter der Kompanie“ wirkende Christa Klein die Festgesellschaft, und ihr Vertreter Wilhelm Blum gibt einen bunt illustrierten Rückblick auf die Vereinsgeschichte. Als er vom „Tanner Blusenkrieg“ erzählt, fangen viele an zu schmunzeln – als er vom seit 34 Jahren agierenden, wegen Krankheit leider nicht anwesenden Dirigenten Wilhelm Möllney spricht, der den „Chor zu Höchstleistungen motiviert“ und bis in den Petersdom nach Rom geführt hat, sind alle gerührt.

Kreisbeigeordneter Jörg Meckbach, Erster Gemeindebeigeordneter Wilhelm Kümmel, Ortsvorsteher und Vereinsvertreter Karsten Klein, Pfarrer Jörg Scheer und Sängerbezirksvorsitzende Gisela Diebel übermitteln Grüße und wünschen für die Zukunft das Beste. Dann sind die Gastgeber wieder dran – zusammen mit den Sorgaern immerhin 24 Sängerinnen und acht Sänger, unter ihnen der 85 Jahre junge Friedrich Brand und der auf immerhin 88 Lenze zugehende Karl Apel. Unter der Leitung von Wilhelm Jacob singen sie vom „Zauber der Musik“ und empfehlen als Alltagsrezept: „Hab Sonne im Herzen und ein Lied auf den Lippen“.

Erster Höhepunkt

Ein erster Höhepunkt ist dann der Auftritt des von „Käptn Henner“ Kurz geleiteten Shanty-Chors Unterhaun, der mit „Mundharmonika-Johnny“, Liedern von Freddy und dem zu Herzen gehenden „Ave Maria der Meere“ Bravo- und Zugabe-Rufe erntet. Er lässt sich nicht lumpen und verabschiedet sich mit „Rolling Home“. Aus dem Fuldatal angereist ist die Chorgemeinschaft Blankenheim/Bebra. Von Kreischorleiter Josef Koster bestens vorbereitet nehmen die Gäste das Publikum mit nach Kärnten („In die Berge geh ich gern“), begeistern mit der „Intrada a cappella“ und jubeln abschließend: „Heute ist ein herrlicher Tag!“

Den komplettiert der am Sonntag ebenfalls von Wilhelm Jacob geleitete Hoechster Männerchor Hersfeld, der den „Bajazzo“ intoniert und mit großer Lust von der Jagd und vom Wein, aber auch von der lieben Heimat singt. Besinnlicher Knaller ist der Ohrwurm „Die Rose“, mit dem der dritte Möllney-Chor überleitet zum großen Finale aller Möllney-Chöre.

Von Wilfried Apel

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