Neuensteiner Parlament einstimmig für Energieprojekt

Weg frei für Solarpark

Aua. Die Gemeinde Neuenstein setzt auf alternative Energien, aber nicht um jeden Preis. Einstimmig beschloss das Parlament eine Änderung des Flächennutzungsplans der Gemeinde sowie die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes für den geplanten Solarpark Aua. Zuvor hatten sich die Parlamentarier mit den Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange auseinandergesetzt.

Das Unternehmen Kirchner Solar will direkt an der Autobahn, neben dem Gelände des Logistikers IDS, einen Solarpark errichten. Vom Dorf Aua aus werde der Solarpark praktisch nicht zu sehen sein, erklärte Bürgermeister Walter Glänzer (CDU).

Die Gemeindegremien hätten auch einen zweiten, ursprünglich bei Saasen geplanten, Solarpark befürwortet. Doch da gab es zum einen Bedenken des Denkmalschutzes, dass das Schloss Neuenstein optisch beeinträchtigt werden könnte. Zum anderen aber habe der Investor festgestellt, dass ein Solarpark auf dieser Fläche nicht wirtschaftlich zu betreiben sei. An den Gewinnen durch den Solarpark sollen übrigens auch die Neuensteiner Bürger beteiligt werden. Am Freitagabend fand dazu ein Infoabend im Bürgerhaus Aua statt.

Sehr kritisch sehen die Neuensteiner dagegen den Teilregionalplan Energie Nordhessen und die darin verzeichneten Vorranggebiete für Windenergieanlagen. Den Eisenberg wollen sie nicht großflächig mit Windrädern zugestellt haben. Deshalb heißt es in der Stellungnahme des Parlaments zur Fläche HEF 025 im Bereich Eisenberg/Oberste Liesburg, dass die Fläche auf 50 Meter links der Straße Stern Rotterterode reduziert werden sollte. Die Neuensteiner weisen vor allem auf ein Schwarzstorchvorkommen im Bereich Erzebach hin.

Ausgeweitet werden könnte nach Überzeugung des Parlaments dagegen die Fläche HEF 016. Hier sollte, so die Stellungsnahme, der komplette Höhenzug zwischen Mühlbach und Hainrode als Vorranggebiet ausgewiesen werden.

Bescheidene Parlamentarier

Sehr bescheiden waren die Neuensteiner Parlamentarier schon immer, wenn es um die Aufwandsentschädigung für ihr ehrenamtliches Engagement für die Gemeinde ging. Nach mehr als zwölf Jahren wurde die Entschädigungssatzung jetzt geändert. So erhalten die Gemeindevertreterinnen und Vertreter neben dem Ersatz des Verdienstausfalls und Fahrtkosten, die allerdings in der Regel nicht in Rechnung gestellt werden, dann zwölf Euro pro Sitzung statt bisher acht.

Von Christine Zacharias

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