Wochenendporträt: Martha Powischil aus Obergeis engagiert sich gerne für andere

Frau für „Engelsdienste“

Martha Powischil ist in dieser Woche mit dem Merci-Sonderpreis für ihr Lebenswerk geehrt worden. Unter anderem engagiert sich die Obergeiserin seit vielen Jahren in der kirchlichen Frauenarbeit. In ihrem Büchlein hat sie unter anderem Liedtexte für die geselligen Nachmittage gesammelt. Foto: Maaz

Obergeis. Schon viele Jahre ist Martha Powischil aus Obergeis in der Kirche engagiert. Und nicht nur dort. Auch im Heimat- und Trachtenverein Obergeis, im Seniorenbeirat Neuenstein sowie bei den Blutspenden in ihrem Heimatort hilft sie mit. Im Frauen-Netzwerk Hersfeld-Rotenburg und im Verein für internationale Jugendarbeit ist Powischil ebenfalls aktiv. Doch eigentlich möchte die 76-Jährige das gar nicht alles in der Zeitung lesen. „Schreiben Sie bloß nicht zu viel“, winkt sie ab.

Über den Merci-Sonderpreis für ihr Lebenswerk, mit dem sie jetzt für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurde, freut sie sich aber trotzdem. „Ich habe mich sehr geehrt gefühlt“, gesteht die 76-Jährige. Selbst zwei Krebs-Erkrankungen 2002 und 2013 konnten Powischil nicht von ihren vielfältigen Aktivitäten abbringen. Schnell nahm sie ihre ehrenamtliche Arbeit wieder auf, und machte damit auch anderen Mut. „Man muss lernen, damit zu leben“, sagt die 76-Jährige über diesen gesundheitlichen Schicksalsschlag. Auch deshalb möchte sie all ihre ehrenamtlichen Aufgaben nicht missen. „Der Glaube und mein Engagement haben mir geholfen“, erklärt Powischil. „Wie soll man schwierige Zeiten anders überstehen?“

Zahlreiche Einladungen

Und lachend fügt die allein lebende Seniorin hinzu: „Was sollte ich auch sonst machen?“ Wie viele Stunden sie für all ihre Aktivitäten inklusive der Vor- oder Nachbereitung in der Woche aufbringt, weiß Powischil nicht. Neben ihrem Radio liegen zahlreiche Einladungen zu Terminen und Veranstaltungen – von der nächsten Vereinssitzung bis zur besinnlichen Weihnachtsfeier.

Für den Merci-Preis vorgeschlagen hatte Martha Powischil der Neuensteiner Pfarrer Michael Zehender wegen ihrer „zahlreichen Engelsdienste“. „Bei ihr spürt man die Weihnachtsbotschaft das ganze Jahr über“, so Zehender. Powischil sei Trost und Motivation auch für andere.

Seit 1983 ist die gebürtige Obergeiserin in der Kirchengemeinde, im Kirchenkreis und der Landeskirche aktiv. 30 Jahre lang war sie im Vorstand des heutigen Amts Geis. Seit 1990 leitet sie die Frauenhilfe Aua und seit 1998 in Obergeis. Im Vorstand des Heimat- und Trachtenvereins, der bei den Vorbereitungen des 850. Ortsjubiläums ins Leben gerufen wurde, an denen die Obergeiserin natürlich auch tatkräftig beteiligt war, setzt sich Powischil für die Begegnung von Jung und Alt ein.

„Ich gehe einfach freundlich mit den Menschen um und es ist ein tolles Gefühl, wenn sich die Teilnehmer für einen schönen Nachmittag bedanken“, sagt die 76-Jährige, die gerne reist und sich in der Wandergruppe und mit regelmäßiger Gymnastik fit hält. Solange es gesundheitlich geht, will sich die Obergeiserin weiter engagieren. Nur ihre Mitarbeit beim Weltgebetstag hat sie aufgeben. „Das sollen jetzt Jüngere machen“, sagt sie schmunzelnd. Wenn sie nächste Woche von einem Besuch bei ihrer Tochter in Düsseldorf zurück ist, steht schon das nächste Sprengeltreffen an. Die Einladung liegt bereits neben dem Radio.

Von Nadine Maaz

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