Fotoausstellung im Bebraer Rathaus zeigt Bahnbetrieb der 60er- und 70er-Jahre

Erinnerung an den Dampfalltag

Hat den Eisenbahnalltag in Bebra im Bild festgehalten: Wilfried Kohlmeier aus Wehrheim. Seine Fotos werden bis zum 25. Mai im Bebraer Rathaus gezeigt. Foto: Eisenberg

Bebra. Schwere Güterzuglokomotiven, elegante Schnellzüge, Ruß und Kohlenstaub: Einen Einblick in eine längst vergangene Eisenbahnepoche bietet seit gestern eine Fotoausstellung im Bebraer Rathaus. Bis zum 25. Mai wird die Schau gezeigt. Über 200 Fotos hat Wilfried Kohlmeier aus Wehrheim ausgesucht – die meisten in schwarz-weiß, manche auch in Farbe.

Entstanden sind die Aufnahmen zwischen 1962 und 1973. Bis auf drei Ausnahmen hat der promovierte alle selbst aufgenommen. Den ersten Besuch auf dem Bebraer Bahnhof hatte Kohlmeier mit seinem Vater gemacht. 14 weitere folgten.

Bahnalltag in Bildern

Thematisch untergliedert in 22 Kapitel dokumentieren die Bilder nahezu alle Facetten des Bahnalltags früherer Zeiten. Zu sehen ist etwa das Betriebswerk in den 1960er Jahren, als schwere Güter- und Schnellzuglokomotiven bekohlt und mit Wasser versorgt wurden. Der Betrachter entdeckt alle Lokomotivgattungen wieder, die am Bebraer Bahnhof stationiert oder regelmäßig anzutreffen waren: Güterzuglokomotiven der Baureihen 44 und 50, die Schnellzuglokomotiven der Baureihe 01.10 oder die beiden Bundesbahn-Neubaulokomotiven der Baureihe 10, die wegen ihrer eleganten Form von Eisenbahnfreunden den Spitznamen „Schwarzer Schwan“ bekam.

Nicht nur Lokomotiven hat Wilfried Kohlmeier in den Fokus genommen, sondern auch das Alltagsgeschehen an und abseits der Strecke: Grenzalltag in Obersuhl ebenso, wie die Postverladung in Interzonenzüge. Bedienstete, Fahrgäste und Bauwerke hat Kohlmeier in Bebra und anderswo festgehalten. Farbfotos von vergangenen Bebraer Dampflokfesten, der Restaurierung der Denkmal-Lokomotive 01 1102 und von den Harzer Schmalspurbahnen gehören ebenso zur Schau wie Dampfzug-Modelle. „Zukunft kommt von Herkunft. Junge Leute haben ein Recht darauf zu sehen, was früher war“, sagt Wilfried Kohlmeier über seine Bilder. Geöffnet ist die Ausstellung montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr, montags zusätzlich von 14 bis 17 Uhr, donnerstags von 14 bis 17.30 Uhr sowie ganztägig zum Dampftag am Samstag, 28. April.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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