Lieblingsorte: Jörg Althoff, der Landtagskandidat der Grünen, ist am liebsten im Wald

Engagiert für die Natur

Jörg Althoff mit seinem Hund Lilli, einem deutschen Wachtelhund, an der Hauksgrund-Hütte. Hier genießt er die Ruhe, kommt aber gerne auch zum Feiern mit Freunden oder Familie dorthin. Foto: Zacharias

Biedebach. Mitten im Wald ist Jörg Althoffs Lieblingsort, die Hauksgrund-Hütte. Das ist nicht wirklich verwunderlich bei einem Mann, der sich seit Jahrzehnten für den Naturschutz engagiert und deshalb auch von Beruf Förster ist. Hier ist es ruhig, man hört nur die Bäume rauschen. Kein Mobiltelefon kann klingeln, weil es dort keinen Empfang gibt.

Den Weg dorthin über den alten Kirchweg, den die Biedebacher früher nutzten, um nach Obergeis zur Kirche zu gehen (acht Kilometer einfach jeden Sonntag) legt Jörg Althoff am liebsten zu Fuß oder per Rad zurück, um die Schönheiten des Waldes und des idyllischen Wald-Wiesentals Hauksgrund richtig genießen zu können, doch gerade in Wahlkampfzeiten bleibt ihm dafür wenig Zeit. Da muss es dann eben das Auto sein. „Ich fahre viel zu viel mit dem Auto“, räumt der Grüne selbstkritisch ein, denn eigentlich will er sich auch im Privatleben möglichst umweltverträglich verhalten.

Dazu gehört zum Beispiel, dass bei Althoffs klimaneutral mit Holz geheizt wird („Das macht dreimal warm, beim Fällen, beim Kleinmachen und beim Heizen. Da brauche ich kein Fitnessstudio.“), dass sie selbst Wiesen im Landschaftsschutzgebiet Hauksgrund mähen, denn nur wenn so ein Tal gepflegt wird, bleibt seine Schönheit erhalten, und das sie natürlich eine Fotovoltaikanlage zur Stromerzeugung auf dem Dach haben.

Ständiges Spannungsfeld

Sein Engagement für den Schutz der Natur bedeutet für Jörg Althoff ein ständiges Spannungsfeld. Eigentlich würde er alte Bäume lieber stehen lassen, weil sie dann wichtige Funktionen im Ökosystem Wald erfüllen, aber als Bediensteter von Hessen Forst muss er auch dafür sorgen, dass der Betrieb wirtschaftlich arbeitet und das heißt, Holz einschlagen und verkaufen. Und natürlich schmerzt es ihn als Förster und Naturschützer, wenn mitten im Wald große Windenergieanlagen gebaut werden. Aber er ist überzeugt davon, dass sie im Vergleich zur Kernenergie oder zu Kohlekraftwerken das kleinere Übel sind. Die Diskussion um die Windkraft am Wehneberg und die verbalen Schläge, die er für seine Position bezogen hat, sind ihm nahegegangen. „Alles kann man nicht abstreifen“, sagt Jörg Althoff, der ansonsten überzeugt ist, mit Kritik ganz gut umgehen zu können.

Er selbst ist durchaus kritisch, was die politische und wirtschaftliche Entwicklung in Hessen angeht. Zum Beispiel ärgern ihn die Subventionen in Millionenhöhe, die in den Flughafen Kassel Calden investiert wurden: „Da wurden 300 Millionen Euro in den Sand gesetzt. Das ist Geld, das den Kommunen fehlt. Was hätte man damit für vernünftige Dinge machen können.“

Sorge macht ihm auch, dass die Politik weiterhin auf Wirtschaftswachstum setzt: „Es gibt kein ewiges Wachstum. Wir müssen an der Qualität arbeiten, nicht an der Quantität.“

Ganz wichtig für die Region wäre Althoffs Meinung nach das Gaskraftwerk bei Mecklar. Dafür hätten jedoch rechtzeitig die politischen Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen. „Das kostet hunderte von Arbeitsplätzen“, fürchtet er.

Von Christine Zacharias

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