Eine starke Gemeinschaft

Frauenhilfe in Mecklar feiert 90. Geburtstag

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Drei der ältesten Mitglieder sind schon seit „ewigen Zeiten“ dabei: Aus der Hand von Luise Zilch (links) und Elke Rimbach, die die Mecklarer Frauenhilfe seit vielen Jahren leiten, konnten Martha Miltenberger (90, sitzend von links), Anna Apel (89) und Elise Kersch (90) Blumensträuße für über 70-, 60- und 50-jährige treue Mitgliedschaft entgegennehmen. Fotos: Apel

Mecklar. Die 49 Frauen der Frauenhilfe der evangelischen Kirchengemeinde Mecklar sind eine ganz besondere Gemeinschaft. Sie sind gerne für sich und andere da, sie feiern gerne, und genauso gerne stellen sie sich immer wieder unter Gottes Wort.

Deshalb begann das Zusammensein anlässlich des 90-jährigen Bestehens der am 2. Februar 1926 auf Anregung von „Frau Pfarrer Sinning“, „Wackersch Lisschen“ (Elisabeth Zilch) und „Wackersch Lowies“ (Luise Zilch) gegründeten Vereinigung auch mit einem Gottesdienst, der von Ortspfarrerin Karin Ludwig-Heiderich sowie von Luise Zilch und Elke Rimbach, der Vorsitzenden und der Kassiererin der Frauenhilfe, und dem 1938 gegründeten Mecklarer Posaunenchor gestaltet wurde.

Gegenseitige Stärkung

„Danke, dass Ihr durchgehalten habt – dass Euch Frauenhilfe bis heute eine Herzensangelegenheit ist – dass sichtbar wird, dass Ihr aus der Mitte der Gemeinde kommt und dass Ihr in ihr verankert seid – dass Ihr mit beiden Beinen im Leben steht“, rief die Seelsorgerin den Mitgliedern zu. In ihrer Predigt stellte sie zwei in der Bibel genannte Frauen in den Mittelpunkt: Eine namenlose, von den Lasten des Lebens gekrümmte, von Jesus von ihrer Krankheit befreite, die Welt danach mit anderen Augen sehende Frau, die Gott lobt – und Lydia, in deren Haus die erste christliche Gemeinde heranwächst: „Die Urmutter der Frauenhilfe, das Vorbild für gegenseitige Stärkung und das Gehen neuer Wege.“

Früher viel gereist

Bei der sich anschließenden Jubiläumsfeier im Gasthaus „Zum weißen Rössl“ unternahm Christa Quanz einen Streifzug durch die Geschichte der Frauenhilfe im Allgemeinen und des „Müttchens“, wie sie in alter Zeit im Gänsedorf genannt wurde, im Besonderen.

Früher seien das Klappern der Strickstöcke und das Reisen – jahrelang sogar bis ins Ausland – charakteristisch gewesen. Heute leiste man sich schon mal einen Referenten, um einen Bibeltext besonders gut zu verstehen. Besonders gern gesehener Gast sei „Pfarrmann“ und Prädikant Helmut Heiderich. Da es bei der Frauenhilfe an Nachwuchs mangele, wünschte sich Christa Quanz das eine oder andere neue Mitglied.

Als „positives Beispiel“ konnte sie auf Gudrun Hesselschwerdt aus Pforzheim verweisen. Die Schwäbin ist vor knapp drei Jahren mit ihrem Mann nach Friedlos gezogen und hat bei den Mecklarer Frauen eine neue geistliche Heimat gefunden. Auch der aus Melsungen angereiste, ehemalige Mecklarer Pfarrer Gerhard Peter fand zu Herzen gehende Worte: „Von der Frauenhilfe getragen zu werden, war immer so ein bisschen wie Badewanne.“ In schriftlicher Form grüßten die weiteren ehemaligen Mecklarer Pfarrer, Günter Törner und Wolfram Gittermann, und natürlich hatte auch Ortspfarrerin Ludwig-Heiderich weitere lobende Worte, kleine Geschenke und eine Urkunde mit im Gepäck.

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