Neuenstein, Kirchheim und Niederaula wollen gemeinsam arbeiten

Eine Jugendarbeit für drei Gemeinden

Salzberg. Die Gemeinden Neuenstein, Kirchheim und Niederaula wollen eine gemeinsame Jugendarbeit einrichten. Einer entsprechenden Vereinbarung, die zwischen den politischen Gemeinden und dem noch zu gründenden Zweckverband evangelische Jugendarbeit Aulatal-Geistal getroffen werden soll, stimmte das Neuensteiner Parlament in seiner jüngsten Sitzung in Salzberg einmütig zu.

Die gemeinsame Jugendarbeit soll, so erläuterte Bürgermeister Walter Glänzer, von den evangelischen Kirchengemeinden getragen werden. Finanziert werden sollen eineinhalb Stellen, die zurzeit in Niederaula (volle Stelle) und in Kirchheim (halbe Stelle) bereits besetzt sind. Die Kosten für die Gemeinde Neuenstein blieben mit 15 000 Euro gleich hoch wie bisher, versicherte Glänzer.

Landkreis unterstützt

Insgesamt, so erläuterte er auf Nachfrage, sind für die gemeinsame Jugendarbeit 120 000 Euro im Jahr eingeplant. Damit sollen sowohl die Personal- als auch die Sachkosten gedeckt werden. Die Kosten werden nach der Einwohnerzahl und den Gemeindegliedern aufgeteilt. 30 Prozent tragen die Kirchengemeinden, 70 Prozent die politischen Gemeinden. Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg unterstützt das Projekt und beteiligt sich mit 30 Prozent der Personalkosten.

Von der neuen Zusammenarbeit erhofft sich Glänzer mehr Kontinuität für die Jugendarbeit in Neuenstein. Hier kümmerte sich bisher jeweils ein Jahrespraktikant um die Belange der Jugendlichen. Der jährliche Wechsel und die damit verbundene Einarbeitungszeit von mehreren Monaten habe jedoch immer wieder Lücken gerissen, erläuterte der Bürgermeister. Eine interkommunale Zusammenarbeit hält er – nicht nur bei der Jugendarbeit – für dringend notwendig. Eine eigene Jugendpflege könne sich kaum eine Gemeinde leisten. Kooperationsmodelle in anderen Orten, zum Beispiel in den Gemeinden Friedewald, Schenklengsfeld und Hohenroda, liefen erfolgreich, betonte Glänzer.

Die angedachte Kooperation wurde von den Parlamentariern grundsätzlich begrüßt. Reiner Emmerich (SPD) gab jedoch zu bedenken, dass bei dieser Konstruktion nur 15 Wochenstunden für Neuenstein übrigblieben und empfand das als ziemlich wenig. „Wir sollten nach einem Jahr Bilanz ziehen und bei Bedarf was draufsatteln“, regte er an.

Die interkommunale Jugendarbeit werde in Neuenstein ergänzt durch den Schulsozialarbeiter der Gesamtschule Geistal. Dessen Stelle wird von der Stadt Bad Hersfeld und den Gemeinden Ludwigsau und Neuenstein mitfinanziert. Dafür haben die Kommunen Anspruch auf Arbeitszeit des Sozialarbeiters, derzeit 90 Stunden im Jahr. Neuenstein beteiligt sich dafür mit 5000 Euro an den Kosten.

Von Christine Zacharias

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