Der Präsident des deutschen Bauernverbands bei den heimischen Landwirten zu Besuch

Eine Branche mit Zukunft

Ohne eine Stracke durfte Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (Mitte), nicht gehen. Friedhelm Schneider (links), Präsident des Hessischen Bauernverbandes, und Friedhelm Diegel (rechts), Kreisvorsitzender, freuten sich über den hohen Besuch. Foto:  Deppe

Friedlos. „Verhungern werden wir morgen nicht“, sagte Joachim Rukwied, Präsident des deutschen Bauernverbandes, als ihm am Ende der Mitgliederversammlung des Kreisbauernverbandes ein Präsentkorb mit Ahler Wurst überreicht wurde. Der Korb aus den Händen von Friedhelm Diegel, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, war nicht der erste an diesem Tag für Rukwied.

Zuvor hatte er im gut gefüllten Bürgerhaus Friedlos – rund 100 Landwirte waren gekommen – eine Stunde lang über wichtige agrarpolitische Themen gesprochen.

Eingeladen war Rukwied, um zum Thema „Tierschutz, gemeinsame Agrarpolitik, Skandale – Was kommt noch?“ zu sprechen. Von Beginn an machte er jedoch klar, dass er nicht motiviert sei, die Verantwortung für die prominenten Diskussionnen der letzten Monate zu übernehmen. „Schimmelpilz im Tierfutter oder Pferdefleisch – das hat mit uns Bauern nichts zu tun. Wir tragen nur den wirtschaftlichen Schaden“, bezog er mit deutlichen Worten Stellung.

Danach stellte Rukwied verschiedene agrarpolitische Themen und die verschiedenen Sichtweisen innerhalb Europas vor und hielt sich auch mit seiner persönlichen Meinung selten zurück. Die gemeinsame Agrarpolitik GAP, Diskussionen um die Verlängerung der Derogationsregel (Rukwied: „Das ist Erpressung!“) oder die Milchquote – kaum ein Landwirt, der nicht von anstehenden Neuerungen betroffen ist.

Geschlossen auftreten

Die Probleme müssten zwar intern ausgiebig diskutiert werden, nach außen helfe aber nur geschlossenen Auftreten, sagte Rukwied und forderte angesichts steigender Preise die Gesellschaft auf, zu akzeptieren, dass auch Landwirte ein Einkommen erwirtschaften müssten.

Auch die anwesenden Nachwuchsbauern versuchte Rukwied zu motivieren. „Ich bin mir absolut sicher, dass die Landwirtschaft eine Zukunft hat. Wir sind eine Schlüsselbranche des 21. Jahrhunderts“, sagte er. Um die Gesellschaft außerhalb der Landwirtschaft über wichtige agrarpolitische Themen zu informieren, seien eben auch die jungen Landwirte gefragt. Sie sollen, so Rukwied, die Diskussionen in soziale Netzwerke – wie Facebook oder Twitter – tragen.

Generell erwarte die Landwirte in Deutschland keine düstere Zukunft. Rukwied berichtete von Auslandsreisen, auf denen er viele postive Sichtweisen auf die deutsche Landwirtschaft zu hören bekomme. Sogar von einer Erfolgsstory in den letzten zehn Jahren sei da häufig die Rede, so Rukwied.

Im Anschluss an den Vortrag beantwortete Rukwied noch geduldig die Fragen der anwesenden Gäste, ehe der Kreisvorsitzende Friedhelm Diegel die Versammlung beschloss und zum nicht-öffentlichen Teil des Abends überleitete. (lad)

Kommentare