Von Tür zu Tür: Lebendiger Adventskalender in Mecklar kommt sehr gut an

Ein Dorf ist unterwegs

Lebendiger Adventskalender in Mecklar: Am flackernden Feuer wärmte sich Ortsvorsteher Wilfried Leiter, Gemeindevorstandsmitglied Elisabeth Apel, Inge Uhrich-Schade, Erwin Curth und Karl-Georg Apel (von links). Foto: Apel

Mecklar. Schon drei Wochen lang schleichen allabendlich dunkle Gestalten durchs Gänsedorf. Warm angezogen, in froher Erwartung, und manchmal auch mit roter Zipfelmütze. Denn in dem durch Fulda und Bahn gleich mehrfach voneinander getrennten Ludwigsauer Ortsteil wandern nach 19 Uhr immer mehr Mecklarer von einem Türchen des lebendigen Adventskalenders zum anderen.

Isabelle Leiter-Münch, in Mecklar aufgewachsen, in Gießen als Pädagogin tätig und außerdem noch Tochter von Ortsvorsteher Wilfried Leiter, hatte die Idee, und der frisch pensionierte Polizist setzte das, was sich im Gießener Land schon längst etabliert hat, in die Tat um. Unterstützt vom gesamten Ortsbeirat ging er mit gutem Beispiel voran und lud als erster zu einem Adventstreffen ein. Schnell füllte sich die Liste der Gastgeber und fast alle stellten „ihren“ Abend auch unter ein ganz besonderes Thema.

Glühwein und Kürbissuppe

Während es bei Leiters um den „Pfefferkuchenmann“ und bei Häsleins um „Knecht Ruprecht“ ging, luden Britta und Heinz Kersch unter dem Motto „Frau Holle“ ein. Ihr Hauseingang war auf das Allerschönste dekoriert und damit ein tolles Umfeld für ein Treffen bei Glühwein und anderen Getränken. Darüber hinaus hatte Britta Kürbissuppe gekocht, die reißenden Absatz fand. Noch Tage später schwärmte sie, wie schön das vom Vollmond beschienene Beisammensein war und wie schnell sich das Ganze als etwas etabliert hat, was die Dorfgemeinschaft neu belebt.

Ähnlich sieht es auch „Leitersch Wilfried“, der jeden Abend jeden Besucher begrüßt und zählt und der spätestens am 23. Dezember den 1000. Besucher erwartet. „Es gibt einen harten Kern, der kommt fast immer. Ansonsten kommt es darauf an, ob es in der „Neustadt“ oder in der „Altstadt“ losgeht und wer einlädt. Beim einen kommen eher Jüngere neu dazu, beim anderen eher Ältere“, stellt er fest. Insgesamt gesehen reicht die Altersspanne vom knapp zwei Jahre alten Kind, das von den Eltern mitgebracht wird, bis zu den Ältesten des Dorfes, „Kerschen Liesel“ und „Leimbachs Martha“.“ Letztere freute sich bei sich zu Hause ganz besonders über den Auftritt des Posaunenchores, dem ihr Sohn Karl-Wilhelm angehört.

Auch Gemeindevorstandsmitglied Elisabeth Apel hatte zusammen mit Ehemann Karl-Georg unter dem Motto „Apfel heiß und kalt“ in die extra geschmückte Scheune eingeladen und ist überaus angetan davon, wie gut die Aktion angenommen wird: „Hier trifft man Leute, die einem sonst nie über den Weg laufen. Das ist viel schöner als ein zentraler Weihnachtsmarkt!“

Die letzte Chance, dabei zu sein, besteht heute, denn am 23. Dezember ist unweigerlich Schluss. Am heutigen Dienstag laden Isabelle Leiter-Münch und Carsten Münch, Lärchenweg 7, ab 19 Uhr unter dem Motto „Lille julaften“ zum letzten Adventskalender-Treffen ein.

Von Wilfried Apel

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