Backhausfest mit Live-Übertragung der Sendung „Mein Verein“

Der doppelte Heinz im Hessenradio

Schon am Freitagabend gut gelaunt: Gerd Höhn, der Vorsitzende des Mecklarer Backhausvereins (hinten rechts) ist sich sicher, dass Heinz Kersch (von links), Gerhard Kauer, Ulf Miltenberger, Daniel Weise und Uwe Hildebrandt eine tolle Sitzeinheit bauen werden, und dass Christina Weise, Tabea Hildebrandt, Patrick Macheledt, Kevin Macheledt, Martina Gerst, Britta Kersch und Heike Hildebrand eine zündende Idee für den „Turmbau zu Mecklar“ haben werden. Fotos: Apel

Mecklar. Riesenauflauf in der „Alten Höhle“. Da, wo früher Kinder im Winter mit ihren Schlitten eine Anhöhe hinunterrasten, sind knapp zwanzig Mitglieder des Backhausvereins dabei, Holzlatten zusammenzuhämmern und möglichst hohe Türme aus ganz schön kleinen Holzbausteinen zu bauen.

Gerd Höhn, der Vorsitzende des vor 13 Jahren nach dem Neubau des „guten, alten“ Mecklarer Backhauses gegründeten Vereins, hat am Freitag um 15.25 Uhr im Radiosender hr4 ein Live-Interview gegeben und sich als Aufgabe für die Sendung „Mein Verein“ den „Bau einer gemütlichen Sitzeinheit“ gewünscht. Schon kurz darauf wird geplant, gekauft und mit dem erforderlichen Werkzeug zusammengefügt, was zusammengehört. Aber ob daraus eine Sitzeinheit mit Dach wird?

Handwerklich begabte Leute

Der Sonntag bringt es an den Tag. Ebenfalls um 15.25 Uhr – Ortsprädikant Helmut Heiderich hat zusammen mit dem mit Beenhäuser Bläsern verstärkten Mecklarer Posaunenchor mit einem Gottesdienst, bei dem es um das Thema Brot ging, das Backhausfest eröffnet und alle sitzen gut gestärkt und mit Kaffee und Kuchen versorgt im Festzelt – stellt „Holzwurm“ Gerhard Kauer hr4-Osthessen-Reporter Rainer Janke das neue Prachtstück vor. Es wird als Kaffee- und Kassenhäuschen genutzt und Horst Apel, von Janke befragt, meint: „Es sitzt sich prima!“ Der Grund: „Der Verein hat jede Menge handwerklich begabte Leute, und sogar der Bürgermeister hat mitgeholfen!“, erklärt Kauer. Janke vergibt 1000 Punkte, das bestens besuchte Festzelt jubelt, und alle hoffen, dass es so weiter geht.

Wenn der aus dem Saarland stammende Höhn und sein Stellvertreter Heinz Kersch Punkte für ihre Geschichten vom Bau des Backhauses und vom Brotbacken bekämen, wäre das kein Problem. Als hr4-Moderator Heinz Günter Heygen sie befragt, sprudelt es vor allem aus „Heinz dem Heizer“ nur so heraus: Dass die richtige Backtemperatur – immerhin 250 Grad – mit dem Finger gemessen wird, dass es auf gleichmäßige Glut ankommt, dass regelmäßig Backvorführungen für die Mecklarer Kindergartenkinder veranstaltet werden: „Damit die lernen, dass man ein Stück Brot nicht einfach so wegwirft!“.

Ladehemmung beim Raten

Die Zeit vergeht wie im Fluge. Die Flammkuchenbäcker und Würstchenbrater kommen kaum nach. Alles ist bester Stimmung. Nur beim Turmbau klappt es nicht ganz so wie geplant, und beim Erraten der fünf, in einem 40-Sekunden-Jingle zusammengemixten Schlagertitel hat das eilends zusammengestellte Rateteam die der Live-Sendung geschuldete Ladehemmung: Nur 300 von möglichen 750 Punkten springen raus.

Nur eine von sechs Büchsen

Als „Heinz der Heizer“ beim Büchsenwerfen – obwohl ihm der sechsjährige Lukas Vogeler beim Live-Interview empfohlen hatte, „einfach mittenrein“ zu werfen – dann auch nur eine von sechs Büchsen trifft, sind die Akteure ein bisschen traurig. Mit 2050 Punkten wird’s wohl nichts werden mit dem Titel „Verein des Jahres“ und den erhofften 5000 Euro. Heinz Günter Heygens Kompliment gleicht alles aus: „Ihr seid sehr sympathisch rübergekommen!“ Darauf kam es an.

Von Wilfried Apel

Kommentare