Beenhäuser weihten ihr runderneuertes Bürgerhaus ein

Deutlich teurer, aber bei Hitze schön kühl

Gemeinschaftswerk: Aus den Händen von Architekt Albert Hess und Bürgermeister Thomas Baumann (r.) nahm Ortsvorsteher Gerhard Jacob (l.) stellvertretend für die knapp 200 Einwohner von Beenhausen am Samstagnachmittag den Schlüssel für das nach umfangreicher Sanierung offiziell wiedereingeweihte Bürgerhaus in Besitz. Foto: Apel

BEENHAUSEN. „Die Akustik ist in Ordnung!“, meinte Bürgermeister Thomas Baumann, als er zahlreiche Beenhäuser und Gratulanten aus ganz Ludwigsau zur Wiedereinweihung des runderneuerten Bürgerhauses des Besengrunddorfes begrüßte. Der Posaunenchor hatte gerade Beethovens „Freude, schöner Götterfunken“ intoniert und damit das ausgedrückt, was die meisten dachten: Für das stilvolle Haus am Stillerbach ist zwar wesentlich mehr Geld als geplant ausgegeben worden – 330 000 Euro nämlich – aber es ist sinnvoll ausgegeben worden.

Konjunkturfördertöpfe

Das meiste kam aus den Konjunkturfördertöpfen von Bund und Land, aus denen die heimische Wirtschaft unterstützt werden sollte. Weil das 1937 als Schule erstellte, 1970 von der damaligen Gemeinde Beenhausen übernommene und 1976 von der Großgemeinde Ludwigsau für 250 000 DM als Gemeinschaftshaus hergerichtete Gebäude so manche Überraschung barg, blieb es allerdings nicht bei den zunächst für die Sanierung veranschlagten 210 000 Euro Baukosten.

Wände hingen in der Luft

„Nach der Abnahme des Daches hingen plötzlich die Wände auf der gesamten Breite in der Luft. Wir waren deshalb gezwungen, durch die Erstellung eines Ringankers und die Ablastung der Dachkonstruktion auf die Bodenplatte die Tragfähigkeit wiederherzustellen!“, berichtete Baumann. Selbstkritisch räumte er ein, dass man am Anfang „relativ einfach“ geplant habe. Jetzt aber stehe ein auch von Behinderten nutzbares Haus mit einem schönen, großen Raum, einer Küche und einer Theke, einem den neuesten Anforderungen gerecht werdenden Einstellplatz für das Feuerwehrfahrzeug, einem Schulungsraum für die Feuerwehr und einem gut nutzbaren Jugendraum zur Verfügung.

Der Verwaltungschef dankte der Bürgerschaft ausdrücklich dafür, dass sie „viel Muskelkraft in das neue multifunktionale Dorfzentrum eingebracht“ habe. Es sei ein „Bekenntnis zum ländlichen Raum“. Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Peter Schütrumpf. Er wandte sich gegen das „Gejammer von der demographischen Entwicklung“ und forderte die Beenhäuser auf, das Haus „ganz massiv“ zu nutzen. Durchaus im Sinne von Ortsvorsteher Gerhard Jacob, der betonte, wie sehr sich Vereine und Bürger auch mit Geldspenden an der Gebäudesanierung beteiligt haben.

Der für die Planung zuständige Architekt Albert Hess stellte heraus, dass das nach der neuesten Energieeinsparungsverordnung, ökologisch, „dorftypisch“, zielgerichtet und ohne Unfall gebaute Gebäude allein im Erdgeschoss 922 Kubikmeter umbauten Raum und 300 Quadratmeter Nutzfläche aufweise. Insbesondere die neue Theke sei ein „Hingucker“ und verleihe dem Raum und dem ganzen Gebäude Niveau.

Das war auch die Meinung der vielen Besucher, die sich nach der Schlüsselübergabe und dem gemeinsamen Kaffeetrinken bei einem Rundgang davon überzeugen konnten, dass alle Räume „in Schuss“ sind. Am bislang wärmsten Tag des Jahres wurde dabei auch deutlich, dass die neue Gebäudehülle gut isoliert - bei Hitze also „schön kühl“ hält.

Von Wilfried Apel

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