Gemeindeparlament blockiert den Umbau des Umspannwerks

Protest gegen Tennet: Denkzettel aus Ludwigsau

Stein des Anstoßes: Das Umspannwerk Mecklar soll im Zuge der Energiewende erweitert und umgebaut werden. Foto: Struthoff

Ludwigsau. Rache ist süß – auch in Ludwigsau. Aus Ärger über das Verhalten des Trassenbauers Tennet in der Diskussion über den Verlauf der 380kV-Starkstromtrasse blockiert das Gemeindeparlament jetzt den Umbau des Umspannwerks Mecklar.

Tennet hatte die Gemeinde gebeten, kommunale Grundstücke für die Einbringung von Erddübeln zur Hangsicherung oberhalb des Umspannwerks nutzen zu dürfen. Außerdem wollten die Trassenbauer auf Gemeindeland eine Baustraße anlegen. Nach hitziger Diskussion setzten die Gemeindevertreter am Montagabend den Beschluss darüber von der Tagesordnung ab. Damit dürften sich die Bauarbeiten, die bereits begonnen haben (wir berichteten), um einige Wochen verzögern.

„Das Verhältnis zu Tennet ist mehr als getrübt, da ist noch eine Rechnung offen und jetzt ist das Duell erneut eröffnet“, sagte SPD-Fraktionschef Rainer Koch im Gemeindeparlament. Er erinnerte an den „beschämenden Umgang“ von Tennet mit den Vorschlägen Ludwigsaus für einen veränderten Trassenverlauf der 380kV-Leitung. Die Ausbaupläne für das Umspannwerk hält Koch zudem für überdimensioniert, zumal das ursprünglich geplante Gasturbinenkraftwerk nicht gebaut wird. Koch warf Tennet vor, die Gemeinde zu nötigen.

Auch CDU-Chef Jörg Meckbach stimmte in die Kritik ein. Er sagte: „Wir wehren uns mit Händen und Zähnen und geben nicht klein bei.“

Bürgermeister Thomas Baumann zeigte Verständnis für den Unmut der Parlamentarier mahnte aber, realistisch zu sein. Der Umbau könnte ein priviligiertes Vorhaben der Energiewende sein und somit gesetzlich durchgesetzt werden. Die kurzfristige Anfrage von Tennet hält er aber für unzumutbar. Baumann hat inzwischen an Tennet geschrieben, um eine gemeinsame Lösung zu finden. (kai)

Mehr aus dem Gemeindeparlament lesen Sie in der HZ am Mittwoch.

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