40 Jahre Gemeinde Neuenstein – Geburtstagsfest in der Mehrzweckhalle Obergeis

Burg wurde zum Schloss

Die Mehrzweckhalle Obergeis platzte fast aus allen Nähten, als die Kindergarten- und Grundschulkinder ihre Lieder und Tänze vorführten. Natürlich wurden sie von den stolzen Eltern und Großeltern begleitet. Fotos: Schmidl

Obergeis. Das Bauen ist eine Leidenschaft in Neuenstein. Darauf ist Bürgermeister Walter Glänzer stolz und nannte als Beispiel die Mehrzweckhalle Obergeis, die in den vergangenen vierzig Jahren alle zehn Jahre erweitert wurde und heute eine geschlossene Einheit mit der Grundschule Neuenstein bildet.

Das großzügige Gemeinschaftshaus bot ausreichend Platz für die zahlreich erschienenen Einheimischen und ihre Ehrengäste, die gemeinsam den vierzigsten Geburtstag der Gemeinde feierten. Im Rahmen der hessischen Gebietsreform schlossen sich die damals selbständigen Gemeinden Aua, Gittersdorf, Mühlbach, Untergeis, Raboldshausen, Saasen und Salzberg mit Wirkung vom 1. Januar 1972 zusammen. Eine Ausnahme bildete Obergeis, das erst im Zuge der Gemeindegebietsreform am 1. August 1972 eingemeindet wurde. Namensgeber war die mittelalterliche Burg Neuwallenstein. „Wir haben aus der Burg Neuenstein ein Schloss gemacht“, freut sich Walter Glänzer.

Chancen genutzt

Beim Rückblick auf vier Jahrzehnte Neuenstein wurde Glänzer von seinen Amtsvorgängern unterstützt. Georg Ries war der erste gewählte Bürgermeister der Gemeinde Neuenstein. Ihm folgte 1980 der heutige Ehrenbürgermeister Walter Schmidt, der dreiundzwanzig Jahre lang sein Amt ausübte. 2003 wurde Walter Glänzer gewählt. Er zog eine positive Bilanz der Gemeindeentwicklung und betonte, dass Neuenstein seine Chancen genutzt habe. Der erste logistische Betrieb in der Region entstand sogar kurz vor der Wende in Neuenstein. Durch die bevorzugte Lage mitten in Deutschland direkt an der Bundesautobahn 7 seien weitere Ansiedlungen entstanden.

Ein schwerer Rückschlag war allerdings die Geschäftsaufgabe des „Salzberger Landhausbaus“, ein wichtiger Arbeitgeber für viele Ortsansässige. Feuerwehrgerätehäuser, Kindergärten, Versammlungs- und Gewerberäume, ein neuer Bauhof und eine Kulturscheune wurden errichtet oder grundlegend saniert.

Glänzer lobte aber auch das rege Vereinsleben in der Gemeinde. An oberster Stelle galt sein Dank den Feuerwehren, aber auch dem Ski Club Neuenstein, den Heimatvereinen, der Chorgruppe Oberes Geistal und den Sportvereinen, die Spitzenleistungen erbringen. „Welche Gemeinde kann eine 3-fache Weltmeisterin aufweisen“, freut sich der Bürgermeister über ihr prominentes Aushängeschild Reinhild Möller.

Gemeinschaft

Dieses Gemeinschaftsgefühl betonten vorab im Gottesdienst die Gemeindepfarrer Michael Zehender und Frank Weber in ihrer gemeinsamen Predigt „Christengemeinde und Bürgergemeinde“ nach dem gleichnamigen Aufsatz des Theologen Karl Barth, in dem er eine Verhältnisbestimmung der Kirche zum Demokratischen Staat formuliert. Die Geistlichen hoben die positive Beziehung zwischen Kommune und Kirche vor Ort hervor.

Von Gudrun Schmidl

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