Hessens Europa-Staatssekretärin Dr. Zsuzsa Breier besucht GLS-Hauptumschlagbasis

Beeindruckt vom Netzwerk

Europaexperten: Vorarbeiter Bernd Horbel aus Breitungen (links) sorgt seit 23 Jahren mit seinen Kollegen – hinter ihm Holger Zier aus Ettenhausen – jede Nacht dafür, dass alle angelieferten Pakete nach vollautomatischer Sortierung zwischen 20 und 2 Uhr in den richtigen Container kommen und weitertransportiert werden. Neben ihm Europa-Staatssekretärin Dr. Zsuzsa Breier und (verdeckt) Frank Stahl. Foto: Apel

OBERGEIS/AUA. Wie viele ihrer Kabinettskollegen ist die seit acht Monaten amtierende Staatssekretärin für Europaangelegenheiten Dr. Zsuzsa Breier in diesen Wochen unterwegs, um deutlich zu machen, dass die hessische Landesregierung nach eigenen Angaben für „hervorragende wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Wachstum und Wohlstand auf hohem Niveau“ sorgen will. Was liegt da näher als sich bei GLS in der Umschlaghalle des europaweit agierenden Paketlogistikers umzuschauen.

Umfangreiches Knowhow

Das Tochterunternehmen der englischen Post sieht sich als Qualitätsführer in Deutschland. Es hat sich auf seine Fahnen geschrieben, innerhalb von 24 bis 96 Stunden ganz Europa zuverlässig mit Paketen zu beliefern. Dass dafür umfangreiches Knowhow erforderlich ist, erläutert Eberhard Fritze, der für Teile von Westeuropa zuständige Manager. Er ist stolz darauf, dass sich GLS so gut entwickelt hat, aber er betont auch: „Unser Produkt wird vor allem von Menschen gemacht.“

Fritze hebt hervor, dass GLS ein schuldenfreies Unternehmen sei und dass ein Großteil der Erträge „ins System“ investiert werde.

Um Pakete noch pünktlicher zustellen zu können, wünscht Fritze sich von der Europapolitikerin einen besser aufeinander abgestimmten europäischen Feiertagskalender. Und Unterstützung bei der Anwerbung von Arbeitskräften, die nicht nur in Spanien für GLS interessiert werden sollen, sondern auch in Bulgarien oder Rumänien: „In den nächsten fünf Jahren fehlen uns im Truck-Bereich 800 000 Fahrer!“ Unterstützung bei der erweiterten Zulassung von großvolumigen Lkws (Giga-Linern) wäre ebenfalls willkommen.

Frank Stahl, in Neuenstein zuständig für den Umschlag und die Weiterentwicklung der Hauptlauf- und Netzwerkplanung, erläutert Dr. Breier den ständigen „dynamischen Prozess“. GLS schlage immer mehr Endempfängern vor, wann und wo sie ihr Paket in Empfang nehmen könnten. „Das führt dazu, dass die Zustellperformance beim ersten Zustellversuch immer besser wird – zum beiderseitigen Vorteil!“

Kurz vor 22 Uhr geht es los mit der Praxis. Dr. Zsuzsa Breier nimmt Platz in einem von Manuela Nass gesteuerten „Taxi“. Die Thüringerin sorgt mit ihren Kollegen im sogenannten Wechselkoffersystem dafür, dass die unaufhörlich Container anlandenden Lkw-Fahrer von ihrer Last befreit werden, dass die Container am richtigen Platz an der großen Umladehalle angedockt werden und dass sie später mit neu zusammengestellter Fracht an ihren Bestimmungsort gelangen.

Nach einer Rundfahrt und einem Rundgang durch das Hub, in dem mit einer Geschwindigkeit von 2,7 Metern pro Sekunde unaufhörlich Sortier-Bänder laufen, ist die Staatssekretärin mehr als beeindruckt.

Bedingungen verbessern

Besonders gut findet sie, dass GLS trotz einheitlicher Qualitätsstandards überall bestrebt ist, sich auf die Kultur des jeweiligen Landes einzulassen. Mit Interesse nimmt sie zur Kenntnis, dass GLS daran arbeitet, die heftig kritisierten Rahmenbedingungen für die kooperierenden Transportunternehmen zu verbessern. „Wir haben über 30 Millionen Euro investiert, um die Bedingungen in unseren Depots zu verbessern. Kein Fahrer braucht länger als fünf Minuten zu warten!“, erklärt Eberhard Fritze. Im Übrigen werde jedes mit GLS zusammenarbeitende Unternehmen, auch wenn es rechtlich selbstständig sei, verpflichtet, eine „leistungsgerechte Vergütung“ zu zahlen.

Von Wilfried Apel

Kommentare