Margot und Hans-Peter Claus feiern heute Diamantene Hochzeit in Mecklar

Mit Arbeit jung geblieben

Ein Leben lang am Fuldastrand: Margot und Hans-Peter Claus kennen sich von Kindesbeinen an und feiern heute in Mecklar das Fest der Diamantenen Hochzeit. Foto: Apel

MECKLAR. Auf 60 Ehejahre blicken heute in Mecklar, Strandweg 1, die Eheleute Hans-Peter und Margot Claus geb. Hofmann zurück.

Eigentlich haben sie ihr ganzes Leben lang gemeinsam verbracht, denn schon als Kinder wohnten sie in unmittelbarer Nachbarschaft. Margot war 1928 als viertes Kind des Landwirts und Bauunternehmers Valentin Hofmann und dessen Ehefrau Katharina geb. Knoth auf die Welt gekommen, Hans-Peter gut ein Jahr später als ältester Sohn des Landwirts Konrad Claus und dessen Ehefrau Elise geb. Möller. Nur ein Schuljahr voneinander getrennt besuchten sie die Volksschule. Gerne wären beide auf weiterführende Schulen gegangen, aber der Krieg und die schweren Zeiten nach dem Zusammenbruch ließen das nicht zu.

Kontakt in der Spinnstube

Näher kennengelernt haben sie sich in der „Spinnstube“, zu der im Gänsedorf damals noch reihum von den Mädchen eingeladen wurde. Als Margot ihren Vater verlor und nur mit Unterstützung vieler Mecklarer Bauern die elterliche Landwirtschaft aufrechterhalten konnte, wurde aus der Zuneigung zu Hans-Peter schnell Ernst.

Nach alter Väter Sitte wurde geheiratet – und auf Margots Hof gearbeitet. „Wir waren schon früh auf Arbeit geeicht worden!“, erzählen die Jubilare. Fast alles musste noch mühsam mit der Hand erledigt werden. Angefangen beim Beladen der Wagen bis hin zum Ernten des Getreides, das Hans-Peter oft genug mit der Sense abmähen musste. „In der Speckkammer lag es fast immer verkehrt“, erinnert er sich, „und mit dem Binder an einem schiefen Hang zu arbeiten, das war so gut wie nicht möglich!“ Verständlich, dass sich die jungen Eheleute schon 1955 einen „Lanz Bulldog“ zulegten.

Wollte immer Landwirt sein

Von 1967 bis 1989 arbeitete „Rittersch Hans“, wie er in Mecklar bis heute genannt wird, bei Hoechst. Viel von dem, was er als Betriebswerker verdiente, steckte er in Haus und Hof. „Er wollte immer Landwirt sein, und er ist es bis heute geblieben!“, resümiert „Knoths Margot“, die ihrem Ehemann ganz besonders im Stall eine große Hilfe war und die bis heute ihren großen Garten bewirtschaftet. Für Hobbies blieb kaum Zeit, wenn man einmal davon absieht, dass sie Mitglied des Obst- und Gartenbauvereins ist. Hans-Peter Claus ist seit 1947 Feuerwehrmitglied. Lange Jahre war er auch Sänger, Mitglied des Jagdausschusses, der Landwirtschaftskammer Kassel und von 1954 bis 1972 Ortsgerichtsvorsteher. Seit 59 Jahren ist er Vertrauensmann der Tierversicherung Hersfeld-Rotenburg-Eschwege.

Gefeiert wird heute nach Dankgottesdienst und Kaffeetrinken wie schon bei der Grünen Hochzeit: Zuhause, im Wohnzimmer. Zu den Gratulanten zählen neben Sohn Friedhelm, Schwiegertochter Isolde und Enkeltochter Linda, die mit dem Jubelpaar im umgebauten Geburtshaus der Diamantbraut leben, auch Sohn Frank, den es an den Rand der Lüneburger Heide verschlagen hat. Bei ihm machen Margot und Hans-Peter jedes Jahr ein paar Tage Urlaub. Ihren allerersten haben sie sich nach 25 Jahren Ehe, kurz nach der Silberhochzeit, gegönnt.

Von Wilfried Apel

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