Kosten für neue Kläranlage werden über Gebühren umgelegt

Abwasser wird teurer

Mühlbach. Die gute Nachricht ist: Das gesamte Kanal- und Kläranlagensystem der Gemeinde Neuenstein ist, wenn die Generalüberholung der Regenrückhaltebecken in Raboldshausen (Wiesenmühle) und Gittersdorf (vor der Kläranlage) abgeschlossen ist, auf dem neuesten Stand der Technik. Die Abwasserwerte, so berichtete Bürgermeister Walter Glänzer, seien bereits im Probebetrieb deutlich gesunken. Die Gemeinde könne deshalb ihre Abwasserabgaben von durchschnittlich 36 000 Euro auf 19 000 Euro senken, teilte Glänzer mit. Insgesamt 21,5 Millionen Euro wurden in Kanäle und Kläranlagen investiert. Davon sind 11,5 Millionen Euro als Zuschuss oder Beitrag geflossen.

Die schlechte Nachricht für die Neuensteiner: Die Erneuerung der Kläranlage muss auch von den Bürgern mitbezahlt werden. Und da man sich in Neuenstein schon vor Jahren entschlossen hat, dafür keine Beiträge von den Bürgerinnen und Bürgern zu erheben – in diesem Fall kämen mindestens 2000 Euro auf jeden Haushalt zu –, sondern das Geld über die Gebühren umzulegen, müssen jetzt die Wassergebühren erhöht werden. 3,30 Euro pro Kubikmeter soll das Abwasser ab dem 1. Januar 2013 kosten. Bisher waren es 2,55 Euro.

Noch etwas einsparen

Um wirklich ganz kostendeckend arbeiten zu können, wie es vom Gesetz vorgeschrieben ist, hätte man die Abwassergebühren noch weiter erhöhen müssen, auf 3,41 Euro. Bürgermeister Glänzer ist jedoch zuversichtlich, dass es gelingen wird, noch etwas einzusparen, so dass die Gemeinde mit den 3,30 Euro auskommen wird.

Der SPD-Fraktion war diese Erhöhung auf einen Schlag zu heftig. Die SPD sei zwar grundsätzlich damit einverstanden, dass die Kosten für die Erneuerung der Kläranlage in Gittersdorf über die Abwassergebühren umgelegt werden – „Das ist gerechter und sozialer als ein über die Grundstücksflächen errechneter Beitrag“, betonte Dieter Knott –, wolle die Erhöhung aber lieber stufenweise.

Das würde zu einem immer größer werdenden Defizit im Gebührenhaushalt und schließlich zu noch höheren Gebühren führen, rechnete Bürgermeister Glänzer vor. „Wir wollen nur das, was wir wirklich zur Kostendeckung brauchen“, betonte er.

Bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung aus der SPD-Fraktion wurde die Gebührenerhöhung von der CDU-Mehrheit beschlossen.

Von Christine Zacharias

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