Weitere Gemeindeversammlung zur Neuordnung der Ludwigsauer Pfarrstellen

2,75 Pfarrer, 4 Gemeinden

Insgesamt gut 40 Personen nahmen an der Gemeindeversammlung in der Mecklarer Kirche teil. Kirchenrat Günther Dreisbach (links) und Dekan Ulrich Brill standen Rede und Antwort – auch zu der von Elisabeth Apel (Vierte von rechts) gestellten Frage, ob nicht nur „unten“, sondern auch „in den oberen Rängen“ gespart werde. Foto: Apel

MECKLAR. Nicht einmal dreißig „normale“ Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinden Meckbach und Mecklar waren in die Mecklarer Kirche gekommen, um mit ihren Kirchenvorständen, dem Bad Hersfelder Dekan Ulrich Brill und dem Kasseler Kirchenrat Günther Dreisbach, über die Auflösung des seit Jahrhunderten bestehenden Kirchspiels Mecklar, zu dem seit 1893 auch Meckbach gehört, zu diskutieren.

Grund für die Gemeindeversammlung war die von Bischof Hein angesichts zurückgehender Seelenzahlen und knapper Kassen vorgeschlagene Neuordnung der Ludwigsauer Pfarrstellen. Weil die nach dem Weggang von Pfarrer Andreas Staus ohne eigenen Seelsorger dastehenden Gemeinden des Kirchspiels Rohrbach es nicht hinnehmen wollten, dass sie auf die Pfarrstellen Mecklar, Friedlos und Beenhausen aufgeteilt werden, war der Kasseler Oberhirte von diesem Vorschlag, dem alle anderen Kirchenvorstände und auch die Kirchenkreisvorstände zugestimmt hatten, abgerückt. Zur Gemeindeversammlung in Rohrbach präsentierte er eine neue Variante, die die Auflösung aller Kirchspiele und die Bildung eines Großkirchspiels Ludwigsau mit 2,75 Pfarrstellenanteilen und Dienstsitzen in Mecklar, Friedlos und Beenhausen vorsieht. Alle Gemeinden müssen sich dazu äußern.

Nur einen anderen Namen

„Wir sind uns nicht darüber im Klaren, welche Lösung uns in die Zukunft führen wird“, betonte Ortspfarrerin Karin Ludwig-Heiderich. Erika Zilch, wies darauf hin, dass so oder so Pfarrbezirke gebildet werden müssen. Damit komme es in jedem Fall zu einer Aufteilung des Kirchspiels Rohrbach: „Das Ganze erhält nur einen anderen Namen.“ Andere Kirchenvorstandsmitglieder kritisierten, dass bei der neuen Variante drei Pfarrer und zehn Kirchenvorstände eine praktikable Antwort auf die Frage finden sollen, welchem Pfarrer welche Gemeinde zugeordnet wird und wer welche Arbeitsbereiche übernimmt. „Was passiert, wenn wir uns nicht einig werden?“, wollte Regina Klein wissen.

Kirchenrat Dreisbach verwies auf die grundsätzlich starke Stellung der Kirchengemeinden. Dekan Brill gab sich überzeugt davon, dass die Kirchenvorstände einen konsensfähigen Vorschlag unterbreiten werden, relativierte dies allerdings auch mit dem eindeutigen Satz: „Irgendwann wird exekutiert.“ Jürgen Wetzel zeigte sich verwundert darüber, dass das Landeskirchenamt die Mehrheitsmeinung ignoriere und stattdessen dem Änderungswunsch der Rohrbacher nachgehe: „Ich fühle mich da nicht ernstgenommen!“ Es sei auch nicht fair, wenn im Nachhinein behauptet werde, das Modell Großkirchspiel entspreche in etwa dem auf der Einsparsynode „ohne Auftrag“ diskutierten Zukunftsmodell „Einheitskirchengemeinde Ludwigsau“.

Man habe das Kirchspiel Rohrbach nicht als Verlierer dastehen lassen können, gab Kirchenkreis-Chef Ulrich Brill gegen Ende der zweistündigen Versammlung zu bedenken. Deshalb habe man den Gemeinden das Signal gegeben: „Ihr werdet nicht aufgeteilt, sondern mit hineingenommen in einen neuen Gesamtverbund.“ Texte links

Von Wilfried Apel

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