Ursache war Rauchentwicklung - Zeitweise Verspätungen im Fernverkehr

Nach Panne in Hainrode: 700 Reisende in Kirchheim aus ICE evakuiert

Hainrode/Kirchheim. Für die fast 700 ICE-Reisenden, die am Samstagmittag von einer Panne betroffen waren, nahm das Chaos schließlich noch ein gutes Ende. Wegen einer Rauchentwicklung war der Zug gegen 12.30 Uhr zunächst im Tunnel Hainrode (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) zum Stehen gekommen.

Die Ursache für die Rauchentwicklung war laut einem Sprecher der Bundespolizei in Kassel ein technischer Defekt am Triebkopf des Zuges. Verletzte habe es nicht gegeben.

Eine Sprecherin der Deutschen Bahn teilte mit, es habe sich um den ICE 882 gehandelt, der von München nach Hamburg Altona unterwegs war. Demnach hielt der Zug im Tunnel Hainrode wegen einer Rauchentwicklung, konnte jedoch danach aus eigener Kraft den Tunnel verlassen. Der ICE fuhr laut der Bahn-Sprecherin zum Betriebsbahnhof Kirchheim, den er gegen 13.15 erreichte. Dort stiegen die Passagiere in einen anderen Zug um. Der leere, defekte ICE fuhr weiter nach Fulda.

Aktualisiert um 20.24 Uhr

Ein Reporter unserer Zeitung, der am Kirchheimer Bahnhof war, berichtete, dass etwa 700 Passagiere in dem defekten Zug saßen.

Von der Feuerwehr aus Kirchheim und Ortsteilen wurden die Fahrgäste vor Ort betreut, Bierzelt Garnituren kurzfristig besorgt und aufgestellt, Getränke ausgegeben und im Betriebsgebäude die Toiletten geöffnet. Gleichzeitig kümmerte sich die Einsatzleitung darum, dass ein Drittel der Fahrgäste, die von Hamburg aus eine Seereise antreten wollten, trotz der Verspätung ihr Schiff noch erreichen können. Die Deutsche Bahn hatte sich dafür mit der Reederei in Verbindung gesetzt, die das Schiff warten ließ, bis alle Urlauber mit extra organisierten Shuttle-Bussen vom Hamburger Hauptbahnhof an der Aida eingetroffen waren.

Gegen 15 Uhr traf ein Ersatzzug am Überholbahnhof ein und die Fahrgäste konnten ihre Fahrt fortsetzen. Beim Betreten des Ersatzzuges applaudierten viele Reisende und bedankten sich bei den Einsatzkräften für die gute Betreuung.

Im Einsatz waren unter anderem die Feuerwehren aus Kirchheim, Rotenburg mit dem Einsatzleitwagen 2 sowie die Technische Einsatzleitung. Zusätzlich war der Rettungszug Fulda ausgerückt.

Fast 700 ICE-Reisende mussten in Kirchheim auf einen Ersatzzug warten.

Die ICE-Strecke musste im betroffenen Abschnitt für den regulären Verkehr gesperrt werden. Züge wurden umgeleitet. Wie weitreichend die Verspätungen waren, konnte die Sprecherin der Bahn am frühen Nachmittag nicht abschätzen. Auf der Homepage des Unternehmens war aber von "großen Verspätungen in beide Richtungen im Fernverkehr" die Rede.

Der Hainrodetunnel zählt mit einer Länge von 5359 Metern zu den längsten Tunneln der Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg.

Von Eugen Maier und Yuliya Krannich/TVNews Hessen

Kreis Hersfeld-Rotenburg: ICE blieb in Tunnel stehen

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