Anna Elise und Adam Peter aus Tann feiern heute Diamantene Hochzeit

Vor 60 Jahren keinen Korb bekommen

+
Feiern heute in Tann im Kreise ihrer Familie das Fest der Diamantenen Hochzeit: Die „Besengrund-Kinder“ Anna Elise Peter geborene Heß und ihr aus Beenhausen stammender Ehemann Adam.

Tann.  Der Hauptgrund, warum Adam Peter es vor fast 64 Jahren wagte, beim Kirmestanz in Rohrbach „seine“ Anneliese anzusprechen, und ihr heute vor 60 Jahren zu versprechen, ein gemeinsames Leben mit ihr führen zu wollen, war ihr fröhliches Lachen.

„Ein bisschen hatte ich ja Angst, mir einen Korb zu holen“, gibt er verschmitzt lächelnd zu. „Aber ich bin dann einfach auf sie zugegangen, und irgendwie haben wir uns gleich verstanden. Nach dem Tanz durfte ich sie sogar auf meinem Motorrad nach Hause bringen!“ Drei Jahre später verlobten sich beide, und kurz darauf durfte Adam bei „Bäckersch“ in der Gerteröder Straße in Tann einziehen. Krankheitsbedingt fand dort auch - ungeplant - die standesamtliche Trauung statt, aber für den Rohrbacher Standesbeamten Heinrich Hehr war das kein Problem.

Ein Leben lang gebaut

„Kimms Adam“ wurde am 16. November 1934 als drittes Kind der Eheleute Barbara Elisabeth geborene Keim und Martin Peter in Beenhausen geboren. Nach der Volksschule absolvierte er bei der Rotenburger Bauunternehmung Ruppel eine Maurerlehre. Nach drei Gesellenjahren arbeitete er vier Jahre lang bei der Friedloser Baufirma Gottbehüt und 36 Jahre lang beim Mecklarer Baugeschäft Schuch. „Ich habe mein Leben lang gebaut“, erzählt er, und mit Stolz kann er darauf verweisen, dass er zusammen mit seiner Ehefrau Haus und Hof komplett erneuert hat.

„Bäckersch Anneliese“ war am 2. Dezember 1935 als viertes Kind der Eheleute Katharina geborene Hildebrand und Heinrich Heß auf die Welt gekommen. Nach der Volksschule arbeitete sie auf dem elterlichen Hof, auf dem es genug zu tun gab. Als Adam einzog, hatten die Schwiegereltern einen Trakehner und eine ausgesprochen kräftige Fahrkuh, die fast immer als Zuggespann unterwegs waren. „Unser Wisskopp zog manchmal besser als das Pferd!“, erinnert sich die Jubiläumsbraut, die die ererbte Landwirtschaft bis 1993 mit ihrem Mann fortführte und sich allenfalls Zeit für die „Hobbys“ Nähen und Stricken nahm. Darüber hinaus hielt sie ihm „den Buckel frei“, wie Adam einräumt, wenn er sich ehrenamtlich engagierte.

Unparteiischer

Als „unparteiischen“ Zugezogenen hatten ihn die Tanner 1961 zum Schiedsmann und 1966 in die Gemeindevertretung gewählt. Insgesamt 18 Jahre lang war er stellvertretender und amtierender Ortslandwirt sowie etliche Jahre Wildschadenschätzer. Als 16-Jähriger in die Feuerwehr eingetreten und immer aktiv gewesen, wurde er 2004 zum Ehrenmitglied der Tanner Blauröcke ernannt. Auch als Schütze betätigte sich der lebenslustige, gerne erzählende und „süß“ essende Tanner, der zu viel Bewegung als Rezept für ein gesundes Leben und zu Diplomatie als Rezept für eine glückliche Ehe rät: „Bei uns hat es nie ein böses Wort gegeben - die Oma hatte immer Recht!“

Froh ist das Diamantene Hochzeitspaar, dass es als Rentnerpaar einige schöne Urlaube „nachgeholt“ hat und bis nach Teneriffa geflogen ist. Und dass es bis heute mit Sohn Richard, Schwiegertochter Heike und den studierenden Enkelkindern Ann-Kathrin und Jan unter einem Dach leben kann und gut versorgt wird. (apl)

Kommentare