Motelcenter wird wieder Hotel

Direkt an der Autobahn: Rund zwei Jahre lang war das Kirchheimer Motel als Außenstelle der Hessischen Erstaufnahmeeinrichutn (HEAE) Gießen Unterkunft für zeitweise bis zu 450 Flüchtlinge. Jetzt soll es wieder zu einem Hotel werden – schöner, neuer, größer, attraktiver. Foto: Archiv Löwenberger (2007)

 Kirchheim. Eine Überraschung war es nicht, das Fax des Ministeriums für Soziales und Integration, das jetzt im ehemaligen Kirchheimer Motel ankam. Wesentlicher Inhalt: In Anbetracht stark rückläufiger Flüchtlingszahlen wird die Außenstelle der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE) Gießen entsprechend des neuen „Standortkonzept zur Flüchtlingsunterbringung in Hessen" geschlossen.

Knapp eine Woche später informierte jetzt Eigentümer Daniel van Gorp gemeinsam mit Managerin Melanie Staller über die Zukunft des Anwesens. Man wisse zwar noch nicht, wie und wann genau die Flüchtlinge abgeholt werden, sagt von Gorp, bis Ende Juni könnte es dauern, bis das Haus leer sei. „Wenn das so passiert haben wir kein Problem. Ich bin im Moment dabei ein anderes Hotel in der Gegend zu kaufen.“ Wie auf Stichwort trifft eine Mail auf seinem Handy ein: „Die Verträge liegen zur Unterschrift bereit.“

Niemanden entlassen 

„Wir können in dem Fall die Mitarbeiter auf die beiden Ressorts aufteilen und müssen biemanden entlassen“, versichert van Gorp. Den Namen des Objektes will van Gorp noch nicht nennen, erhofft sich aber große Synergie-Effekte. Dort seien Kapazitäten im Tagungs- und Seminarbereich frei, es fehle aber an Zimmern und die sollen alsbald in Kirchheim wieder zur Verfügung stehen.

Sukzessive sollen die 110 Zimmer des bestehenden Hotels noch während der Umzugsphase der Flüchtlinge saniert und sobald als möglich an die ersten Übernachtungsgäste vermietet werden. Gleichzeitig soll die Firma Rübicon ein weiteres Gebäude nach holländischem Vorbild mit noch einmal 100 Zimmern erstellen. Notwendige Unterlagen dazu lägen bereits vor.

Nach van Gorps Plänen sollen die Räume im bestehenden Trakt preiswert, die in dem neuen Haus etwas exklusiver angeboten werden. Zielgruppe sind durchreisende Touristen. „Abends ankommen, übernachten, frühstücken und ab“ erklärt der Eigentümer. Entsprechend soll die Werbung gestaltet werden, und so werde auch der personalintensive und wenig lukrative Gastronomiezweig zurück gefahren. Nur noch ein kleines Restaurant im Erdgeschoss ist geplant.

Es soll sehr schnell gehen 

Einen festen Zeitrahmen für die gesamte Maßnahme will oder kann van Gorp noch nicht nennen, aber es soll sehr schnell gehen. Und wenn alles fertig ist, dann wird das gesamte Objekt an eine große, internationale Hotelgruppe vermietet. Auch hier seien die Verhandlungen bereits jetzt sehr weit fort geschritten. Von Bernd Löwenberger

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