Senioren wollten in Leipzig Silvester feiern - Hotline für Angehörige

Busunfall auf der A 4: 40 Verletzte und vier Tote

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Auf der A 4 zwischen Kirchheim und Bad Hersfeld sind bei einem Busunfall über 40 Personen verletzt worden und mehrere getötet.

Kirchheim/Bad Hersfeld. Nach dem Busunfall auf der A 4 zwischen dem Autobahndreieck Kirchheim und der Anschlussstelle Bad Hersfeld in Fahrtrichtung Osten geht die Polizei von 40 Verletzten und vier Toten aus. Etwa die Hälfte der Verletzten soll schwer verletzt sein.

Bei den Toten handelt es sich um eine 83-jährige Frau, einen 79-jährigen und einen 74-jährigen Mann und eine weitere Frau, deren Alter noch ermittelt wird.

Zu dem Unfall  kam es gegen 10.30 Uhr in der Nähe der Asbachtalbrücke. Der Reisebus aus Baden-Württemberg durchbrach eine Leitplanke, stürzte circa 50 Meter eine Böschung hinab  und überschlagen sich.

Zahlreiche Rettungskräfte aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg, aber auch aus dem Kreis Fulda und dem Vogelsbergkreis waren im Einsatz. Fünf Rettungshubschrauber landeten auf der Autobahn, um sich um die Verletzten zu kümmern. Eine Betreuungsstelle wurde eingerichtet.

In dem Bus saßen Senioren aus der Pfalz und aus dem Raum Mannheim/Heidelberg. Diese waren auf dem Weg nach Leipzig, um dort den Jahreswechsel zu feiern, wie eine Sprecherin des Reiseveranstalters der Deutschen Presseagentur (dpa) mitteilte. Zu der Reisgruppe gehörte auch ein zweiter Bus, der aber nicht in den Unfall verwickelt wurde.

Ersten Erkenntnissen zufolge war der Fahrer eines BMW mit LD-Kennzeichen auf dem linken Fahrstreifen in Richtung Bad Hersfeld ins Schleudern geraten und gegen den Reisebus aus Baden Württemberg geprallt. Der Busfahrer verlor die Kontrolle über den Bus, kam nach rechts von der Fahrbahn ab und stürzte die Böschung hinab. Vor Ort untersuchte ein Gutachter den Unfallhergang. 

Die Autobahn war für die Dauer des Rettungs- und Bergungseinsatzes voll gesperrt, gegen Mittag wurde aber die Gegenfahrbahn und eine Fahrspur Richtung Osten wieder freigegeben. Die Bergung des Busses dauerte bis zum Abend.

Die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz lobte die gute Zusammenarbeit der Einsatzkräfte und Rettungsdienste, auch aus den Nachbarstädten. Um die Betroffenen kümmerten sich auch vier Notfallseelsorger.

Die Un- und Leichtverletzten aus dem Unfallbus sowie die Insassen des zweiten Busses wurden im DRK-Heim am Seilerweg in Bad Hersfeld betreut. Der zweite Bus soll seine Reise offenbar noch am Dienstag fortsetzen. Für Angehörige ist eine Auskunftsstelle eingerichtet worden, die unter Telefon 06621/92649901 zu erreichen ist. (red/nm/ks)

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Schwerer Busunfall auf der A 4

Hintergrund: Schwere Busunglücke

Busreisen gelten als relativ sicher. Dennoch ereignen sich immer wieder schwere Unglücke in Deutschland. Ein Überblick:

November 2014: Ein polnischer Bus kommt auf dem südlichen Berliner Ring in Brandenburg von der Fahrbahn ab, fährt in eine Böschung und kippt um. Elf Menschen werden schwer verletzt.

Oktober 2014: Beim Frontalzusammenstoß eines Autos mit einem Reisebus auf der Bundesstraße 5 in Brandenburg sterben zwei Menschen. Mehr als 40 Insassen des Busses werden teils schwer verletzt.

Juli 2014: Elf Menschen sterben und Dutzende werden verletzt, als auf der A4 bei Dresden ein Reisebus aus Polen auf einen ukrainischen Reisebus auffährt. Der polnische Bus gerät in den Gegenverkehr und schleudert in einen Kleinbus. Dessen neun Insassen und zwei Reisebus-Passagiere sterben.

März 2013: Bei der Kollision eines Autos mit einem Bus werden bei Wernitz (Sachsen-Anhalt) zwei Menschen getötet und 30 Schulkinder verletzt.

September 2012: Ein Lastwagen prallt auf dem Berliner Ring auf einen Bus mit Schülern aus Polen. Zwei LKW-Fahrer sterben.

September 2011: Auf dem Weg von Sarajevo nach Oberhausen fährt ein voll besetzter Reisebus in Hessen auf einen Kranwagen. Die Seite des Busses wird aufgerissen, ein Mann stirbt.

September 2010: 14 Polen sterben am Schönefelder Kreuz bei Berlin, als ihr Bus von einem Auto gerammt wird und gegen einen Brückenpfeiler kracht.

November 2008: Nahe Hannover geht auf der A2 ein Reisebus wegen eines technischen Defekts in Flammen auf. 20 Mitglieder einer Reisegruppe auf dem Rückweg von einer Kaffeefahrt kommen ums Leben.

Juni 2007: Auf der A14 Magdeburg-Dresden sterben 13 Mitglieder einer Seniorengruppe aus dem Münsterland. Von einem Lastwagen gerammt, kommt ihr Bus von der Fahrbahn ab und stürzt eine Böschung hinab.

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