Kirchheims Gemeindevorstand spricht sich gegen Rotoren auf der Stellerskuppe aus

Windkraft kontra Trasse

Verkehrsadern: Der Kirchheimer Ortsteil Reckerode liegt in direkter Nachbarschaft zur Schnellbahnstrecke sowie der Autobahn 7 (dahinter). Auf der Stellerskuppe, die im Rücken des Fotografen liegt, könnten außerdem noch Windräder gebaut werden. Foto: Eisenberg

Reckerode. Der Kirchheimer Gemeindevorstand hat sich in einer Stellungnahme an das Regierungspräsidium Kassel gegen das Windvorranggebiet im Bereich der Stellerskuppe ausgesprochen. Darüber hat Bürgermeister Manfred Koch die Gemeindevertreter informiert.

Im aktuellen Regionalplanentwurf ist für das Waldgebiet nördlich der Landesstraße 3195 zwischen Kirchheim und Bad Hersfeld, der sogenannten Langen Heide, eine knapp 42 Hektar große Vorrangfläche vorgesehen. Diesen Standort lehnt der Gemeindevorstand allerdings gleich aus mehreren Gründen ab.

Probleme beim Transport

Probleme sieht man in Kirchheim schon beim Transport der Bauteile für die Anlagen. Die erste Engstelle befindet sich an der Schlossstraße in Kirchheim, oberhalb von Reckerode windet sich die Straße in Serpentinen, deren Winkel teilweise 130 Grad beträgt, den Berg hinauf. Ähnliche Kurven befinden sich auch auf der Bad Hersfelder Seite im Wald. Ein direkter Zugang von der A 7 aus sei nicht möglich, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Ohnehin sei der Ortsteil Reckerode durch die stark befahrene A 7 sowie die Schnellbahn schon stark belastet. Auch die geplante Suedlink-Trasse führe voraussichtlich sehr dicht an der Ortslage von Reckerode vorbei. Ein von der Gemeinde vorgeschlagener Alternativkorridor könne bei Ausweisung des Windfeldes nicht mehr berücksichtigt werden. Ferner sei die Stellerskuppe ein beliebtes Naherholungsgebiet und liege zudem in einer Hauptvogelzugroute.

Fläche verkürzen

Um den von Kirchheim favorisierten Alternativkorridor für Suedlink nicht zu gefährden, fordert der Gemeindevorstand das Regierungspräsidium auf, auch die Vorrangfläche „Südlich Schleid“ deutlich zu kürzen. Diese befindet sich östlich von Kirchheim direkt an der A 4.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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