Parksee ist für eine Überprüfung um zwei Meter abgesenkt worden

Seepark Kirchheim: Weniger Wasser bis April

Im Fokus: Am Staudamm ist der Ibrastausee zwar noch gut gefüllt, am Ufer ist jedoch deutlich erkennbar, dass der Wasserspiegel abgesenkt wurde. Bürgemeister Manfred Koch (links) und Sven Ruscher vom Regierungspräsidium Kassel begutachten den Staudamm. Im Hintergrund sind das Seehotel, die Wasserskianlage und Ferienhäuser erkennbar. Fotos: Eisenberg

Reimboldshausen. Anders als im Edersee sind zwar keine Ruinen aus den Fluten aufgetaucht, aber auch der hintere Bereich des Ibrastausees im Kirchheimer Seepark liegt derzeit trocken.

Was manchen Ferienhausbesitzer ärgert, sei eine Vorbereitung auf die im April turnusgemäß anstehende vertiefte Sicherheitsüberprüfung, erklärt Sven Ruscher vom Regierungspräsidium Kassel. In Absprache mit dem Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) habe man entschieden, den Wasserspiegel bis Ende März um zwei Meter abzusenken. Der Grund: ein Teil der insgesamt 28 Messpegel im Umfeld des Damms verzeichne landseitig einen leichten Anstieg des Grundwasserspiegels. „Nicht gravierend, knapp 30 Zentimeter innerhalb von 30 Jahren“, erklärt der Kirchheimer Bauamtsleiter Norbert Walther. „Ein akutes Sicherheitsrisiko gibt es nicht. Undichtigkeiten im Damm schließen wir aus“, betont auch Sven Ruscher. Mit der vorübergehenden Absenkung solle jetzt ermittelt werden, welchen Einfluss die Stauhöhe auf den Grundwasserspiegel hat.

Sediment abgelagert

Beim Probestau nach dem Wiederaufbau 1979 und 1980 seien an beiden Hangseiten Schwachstellen in der Lehmabdeckung entdeckt worden – sogenannte Schlucklöcher, in denen Wasser versickerte. Diese hätten auf dem Niveau von 247 Metern gelegen, jener Höhe, auf die der See jetzt abgesenkt worden ist. Jetzt werde überprüft, ob durch die Veränderungen langfristig Sicherheitsprobleme entstehen könnten und gegebenenfalls Abhilfe geschaffen werden muss.

Auf Betrachter wirke der Wasserstand unter anderem besonders niedrig, weil sich an der Stauwurzel viel Sediment abgelagert hat, meint Bürgermeister Manfred Koch. Voraussichtlich 2020, wenn der Stausee turnusgemäß komplett abgelassen wird, sei auch das Ausbaggern vorgesehen.

Nur ein Rinnsal: Die Ibra schlängelt sich über den trockenen Grund des Kirchheimer Seepark-Sees. Im Hintergrund ein Mast der Wasserski-Anlage, links hinter den Bäumen das Seehotel.

See-Betreiber und Inhaber des Staurechts ist die Gemeinde Kirchheim. In deren Besitz befindet sich allerdings nur der ursprüngliche Bachlauf der Ibra. Die restliche Seefläche gehört dem Hotel. Um den Tourismus nicht zu beeinträchtigen, habe man für die Überprüfung die Wintermonate gewählt, erklärt Norbert Walther. Weil der See ein Hochwasserrückhaltebecken sei, werde er in dieser Zeit ohnehin um bis zu einem Meter abgelassen. Unabhängig von der Überprüfung muss der Staudamm in Kürze um 38 Zentimeter erhöht werden. Nach einer neuen DIN-Norm solle so bei einem sogenannten tausendjährigen Hochwasser verhindert werden, dass bei Sturm Wellen über den Damm schwappen. Bagger müssen dafür nicht anrücken, erläutert Bürgermeister Manfred Koch. Es reiche aus, Bleche anzubringen oder Betonfertigteile auf den Damm zu stellen.

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