Hausen blickt zurück in die Steinzeit und informiert Besucher über historische Funde

Weit in die Vergangenheit

Einige Oberaulaer hatten sich am Sonntagmittag zur Einweihung der Steinzeit-Informationstafel am Hausener Birkel eingefunden. Darunter (ab 4. von links) der Vorsitzende der Steinzeitfreunde Hausen, Uwe Bickert, der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Dieter Groß, Bürgermeister Klaus Wagner, Susanne Rohleder vom Amt für Bodenmanagement Homberg, Ortsvorsteher Jörg Albert und Herbert Heinisch, Filialleiter der VR-Bank Bad Hersfeld-Rotenburg. Foto: Löwenberger

Hausen. Auf den ersten Blick sind es nur Steine. Aber dann fühlt es sich doch irgendwie ganz besonders an, wenn man weiß, dass unsere Ur-Ur-Ahnen vor 500 000 Jahren diese Quarzite in Händen hielten, um daraus Pfeilspitzen, Dolche und Werkzeuge zu schlagen.

Erleben, ansehen und anfassen kann man die Relikte aus der Frühzeit der Menschheitsgeschichte nicht irgendwo auf der Welt, sondern quasi direkt vor unserer Haustür: in dem Oberaulaer Ortsteil Hausen.

Um die Fundorte bekannt zu machen und um mehr Menschen an diesem geografisch so nahen Blick in die allzu ferne Vergangenheit teilhaben zu lassen, haben die Steinzeitfreunde Hausen am Fundort der Artefakte, dem „Birkel“ eine Informationswand aufgestellt. Am Sonntagmorgen wurde die offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt. Dass auf der Rückseite der Infotafel ein Nobel-Bienenhotel installiert wurde, ist eigentlich nur der Idee der sinnvollen Raumnutzung geschuldet.

Zwölf Fundorte eingezeichnet

Zentrales Element der Infotafel ist eine Luftaufnahme der Region um Oberaula, die gemeinsam mit der Hessischen Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation, Amt für Bodenmanagement Homberg (Efze), erarbeitet wurde. Insgesamt sind hier zwölf historische Fundorte eingezeichnet. Fünf Wandervorschläge zwischen 3,5 und 12 Kilometern helfen, die Ziele zu erwandern.

Für Nutzer von Navigationsgeräten und Geocacher ist zudem jeder Fundort mit den entsprechenden Koordinaten versehen. Auf kleinen „Fotos“ werden hier Bodendenkmäler, Hügelgräber und Wallanlagen aus Laserscandaten über so genannte „Digitale Geländemodelle“ sichtbar gemacht. Darunter gibt es kleinere Infoblätter, die über Zeit, Ort und Art der aufgefundenen Artefakte, deren Verbleib – und das Insektenhotel – informieren.

Unterstützung

„In etlichen Arbeitsstunden haben die Steinzeitfreunde Hausen die Infotafel geplant, gebaut und aufgestellt“, berichtete der Vorsitzende, Uwe Bickert, nicht ganz ohne Stolz. Finanziert wurde das Projekt aus der Vereinskasse mit Unterstützung durch das Land Hessen und der VR-Bank Bad Hersfeld-Rotenburg.

Nicht zuletzt auf Grund der zahlreichen Fundorte innerhalb der Gemarkung bezeichnete auch Bürgermeister Klaus Wagner die neue Informationstafel nicht nur als „Bereicherung für den Ortsteil Hausen sondern für die gesamte Gemeinde“.

Von Bernd Löwenberger

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