In der Gemeinde Kirchheim ist der Brandschutz nach dem Täler-Prinzip organisiert

Wehren rücken zusammen

Zusammenarbeit: Bei Einsätzen und Übungen – wie auf unserem Archivbild in Gershausen – klappt die Zusammenarbeit zwischen den Ortsteilfeuerwehren. Im Ibratal sollen die Wehren langfristig auch räumlich zusammenrücken. Archivfoto: Löwenberger

Kirchheim. Als vor etwa zehn Jahren die Weichen für eine engere Zusammenarbeit der Kirchheimer Feuerwehren gestellt wurden, prophezeiten Amtskollegen aus anderen Kommunen Gemeindebrandinspektor Thomas Schneemilch, dass damit die Ehrenamtlichen verprellt würden.

Mittlerweile sind Feuerwehr-Fusionen auch anderswo Thema und werden vom Land Hessen sogar finanziell bezuschusst. Weil tagsüber immer weniger Personal zur Verfügung gestanden habe, sei man seinerzeit dazu übergegangen, grundsätzlich mehrere Ortsteilfeuerwehren nach Tälern geordnet gleichzeitig zu alarmieren, erklärt Schneemilch. Den gemeinsamen Alarm- und Ausrückebezirk Ibratal bildeten dabei die Wehren aus Kemmerode, Allendorf, Reimboldshausen und Gershausen, den Bezirk Aulatal, in dem später auch der Katastrophenschutz-Löschzug angesiedelt wurde, Frielingen, Gersdorf, Heddersdorf, und Willingshain. Zum Wälsebachtal zählen Goßmannsrode, Reckerode und Rotterterode. Hinzu kommt die Feuerwehr des Kernortes.

Ein Schritt weiter

Einen Schritt weiter sei man gegangen, als sich im Ibratal 2006 nicht genügend Führungskräfte mit dem nötigen Ausbildungsstand für das Amt des Wehrführers fanden. Deshalb habe man eine Feuerwehr mit mehreren den einzelnen Standorten entsprechenden Löschgruppen gebildet. „Mir war daran gelegen, die Feuerwehrvereine zu erhalten und die einzelnen Standorte nicht aufzugeben“, erklärt Thomas Schneemilch. Schließlich habe die Feuerwehr in den Dörfern auch kulturelle und soziale Funktionen.

Weil im vergangenen Jahr in Gersdorf ein Wehrführer gefehlt habe, verfahre man jetzt auch gemeinsam mit Frielingen nach dem Ibrataler Modell. Dort sind die Wehren mittlerweile auch auf dem Weg zu einem räumlichen Zusammenschluss. Weil in Kemmerode weder die Feuerwehrgarage noch eine angemietete Scheune den Vorschriften entsprochen habe und zudem das Fahrzeug in die Jahre gekommen sei, wurde dieser Standort aufgegeben – und damit auch das Löschgruppenprinzip. Zur Gründungsversammlung im Februar hätten sich die Mitglieder für einen gemeinsamen Standort in Gershausen ausgesprochen. Das sieht auch auch der aktuelle Bedarfs- und Entwicklungsplan vor. Weil auch im Kernort von Kirchheim Handlungsbedarf besteht, wurde in der Gemeindevertretung ein gemeinsamer Neubau ins Gespräch gebracht (unsere Zeitung berichtete).

Die Struktur in den übrigen Ortsteilen solle vorerst ohne Not nicht geändert werden, sagt der Gemeindebrandinspektor. „Es geht nur freiwillig“, betont er. Er habe aber festgestellt das insbesondere junge Einsatzkräfte, die sich ortsübergreifend aus Burschenschaft oder Schule kennen, aufgeschlossen für eine Zusammenarbeit seien.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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