Volker Bouffier besucht Kirchheimer Flüchtlingsheim

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Nach dem knapp einstündigen Visite, trat der Ministerpräsident für ein kurzes Statement vor die wartenden Fernsehkameras (unser Bild). Kirchheim war eine von hessenweit sieben Unterkünften, die Bouffier an diesem Tag per Hubschrauber anflog. (jce)

Kirchheim. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hat am Montag die Flüchtlingsunterkunft im Motelcenter am Kirchheimer Dreieck besucht.

In der Außenstelle der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung Gießen sind derzeit 400 Asylsuchende untergebracht.  

Volker Bouffier nimmt den direkten Weg ins Kirchheimer Flüchtlingsheim. Der blaue Polizeihubschrauber, mit dem der hessische Regierungschef einschwebt, geht auf der Wiese hinter der Drive-In-Rezeption nieder – und ist bald schon von einer Schar neugieriger Flüchtlingskinder umringt.

Für den Ministerpräsidenten ist es an diesem Tag der fünfte Zwischenstopp in einer Erstaufnahmeeinrichtung. 45 Minuten sind für seinen Aufenthalt in der Autobahngemeinde vorgesehen – am Ende wird diese Vorgabe überschritten. Während Bouffier sich umschaut, müssen die Journalisten vor der Schranke warten. Am Ende seines Besuchs tritt der Ministerpräsident schließlich für ein kurzes Statement vor die Kameras. Bei seinen Besuchen wolle er sich über die Situation informieren und den Verantwortlichen vor Ort für ihre Arbeit danken, berichtet Bouffier. Dabei sei es ihm durchaus bewusst, dass die Unterbringung der Flüchtlinge für eine Gemeinde wie Kirchheim eine Herausforderung darstelle. Bei den überwiegend aus den als sicher eingestuften Balkanstaaten stammenden Bewohnern des Flüchtlingsheims habe er dafür geworben, freiwillig in ihre Heimatländer zurückzukehren. Auch der Bund müsse sich bei der Betreuung der Flüchtlinge mehr engagieren, forderte Bouffier. Auch bürokratische Hürden, etwa lange Ausschreibungszeiten, erschwerten die Schaffung weiterer Unterkünfte, beklagt Bouffier, ehe er im Hubschrauber in Richtung Bad Arolsen davonfliegt.

Einige der Bewohner hätten über die lange Wartezeit von vier bis fünf Monaten bis zum Asylantrag geklagt, berichten die erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz und Bürgermeister Manfred Koch (beide SPD), die an dem Besuch teilgenommen haben. „Wir haben einen besseren Austausch angemahnt“, erzählt Künholz. Bouffier habe das zugesagt. Künftig solle es regelmäßige Treffen zwischen den Vertretern von Erstaufnahmeeinrichtung, Kreis und Gemeinde geben. Zudem habe man darauf hingewiesen, dass das Motel laut Prospekt für 300 Personen ausgelegt ist, jetzt aber mit 400 belegt sei. Auch Manfred Koch hatte „drei bis vier Wünsche“ an Bouffier: Darunter mehr Polizeipräsenz, da eine kleine Gruppe Bewohner in den örtlichen Supermärkten für Ärger sorge. Das leerstehende Hotel am Hattenberg möge nicht auch noch für Flüchtlinge angemietet und so die kleine Gemeinde vollends überfordert werden. Außerdem möge der Betreiber doch die Schilder vom Motel abnehmen, die noch immer auf den geschlossenen Beherrbergungsbetrieb hinweisen. Denn die locken offenbar weiterhin Besucher von der nahen Autobahn an. Auch während die Journalisten vor der Schranke warten, fahren mehrere Reisende vor – und müssen unverrichteter Dinge wieder abziehen. (jce)

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