BMW fährt mit 160 statt 80 Stundenkilometern – Fester Blitzer bisher abgelehnt

Viel zu schnell am Kirchheimer Dreieck

+

Kirchheim. Mit 160 statt der erlauben 80 Stundenkilometer hat die Autobahnpolizei Bad Hersfeld am Montag einen BMW aus dem Westerwaldkreis auf der A4 am Kirchheimer Dreieck kurz vor dem Abzweig zur A7 geblitzt. Erlaubt sind an dieser Stelle 80 Stundenkilometer für Autos und 60 Stundenkilometer für Lastwagen. Den Fahrer erwarten nun ein Bußgeldbescheid von 600 Euro, zwei Punkte in Flensburg und ein dreimonatiges Fahrverbot.

Die Einrichtung eines festen Blitzers an dieser Stelle, wie Kirchheims Bürgermeister Manfred Koch (SPD) schon seit geraumer Zeit fordert, hat das hessische Innenministerium bisher abgelehnt. Das geht aus einem Schreiben des Ministeriums vom 4. März vor, welches der Rathauschef in der jüngsten Gemeindevertretersitzung verlas. Koch hatte immer wieder auf die schweren Lkw-Unfälle in diesem Bereich und das damit verbundene Sicherheitsrisiko für die direkten Anwohner hingewiesen.

76 Stunden kontrolliert

Aus dem Ministerium heißt es, dass im Jahr 2014 am Kirchheimer Dreieck insgesamt 76 Stunden lang die Geschwindigkeit kontrolliert worden sei. Dabei seien 107 Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen Lastwagenfahrer eingeleitet worden. 55 davon seien mit einem Verwarngeld erledigt worden, was einer geringfügigen Überschreitung von 11 bis 15 Stundenkilometern entspreche. In 52 Fällen wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitetet. Dabei handele es sich sowohl um Überschreitungen ab 16 Stundenkilometern als auch um nicht gezahlte Verwarngelder. Die schweren Lkw-Unfälle seien nicht auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen, heißt es in dem Schreiben weiter. Das habe die Auswertung der Kontrollgeräte der verunfallten Lastzüge ergeben.

Immerhin: Das Ministerium lässt nach eigenem Bekunden erneut durch die Polizeiakademie Hessen prüfen, ob ein ortsfester Blitzer im Bereich der Brücke über die Schulstraße installiert werden kann. Unter dem Strich könne die Bevölkerung vornehmlich durch bauliche Maßnahmen geschützt werden. „Die polizeiliche Geschwindigkeitsüberwachung ist hier allenfalls ein unterstützendes Instrument“, heißt es in dem Schreiben abschließend.

Wie notwendig diese Überwachung offenbar ist, zeigt die jüngste Kontrollaktion. In knapp sechs Stunden Messzeit seien im gesamten Fahrzeugverkehr knapp 400 Verstöße erfasst worden, teilt die Autobahnpolizei mit.

„Allein der 160 Stundenkilometer schnelle Ausreißer zeigt erneut die Wichtigkeit von Verkehrsüberwachungsmaßnahmen, die die Hessische Polizei zur Bekämpfung der Hauptunfallursache Geschwindigkeit seit dem Jahr 2014 unter der Aktion „(B)Rennpunkt Geschwindigkeit“ vornimmt“, heißt es in der Pressemitteilung der Autobahnpolizei. (jce)

Kommentare