Landrat nennt Einzelheiten

Flüchtlingsunterkunft in Oberaula: Verhandlungen laufen noch

Verhandlungen mit den Eigentümern laufen: Die ehemalige Pension Zur Aue in Oberaula soll Flüchtlingsunterkunft werden. Foto: Löwenberger

Oberaula. Der Landrat des Schwalm-Eder-Kreises, Winfried Becker (SPD), hat jetzt Einzelheiten zur geplanten Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Oberaula bekanntgegeben.

Bei einer Informationsveranstaltung in der vergangenen Woche hatte Bürgermeister Klaus Wagner (CDU) von den Plänen der neuen Besitzer des Gästehauses Zur Aue, zwei Brüdern aus Kassel, berichtet. Demnach soll die ehemalige Pension, in der vom Schwalm-Eder-Kreis bereits seit Oktober sporadisch Flüchtlinge untergebracht wurden, zu einer Gemeinschaftsunterkunft umgebaut werden (unsere Zeitung berichtete). In einem Schreiben an den Landrat hatte der Bürgermeister Bedenken hinsichtlich der Integration großer Personengruppen geäußert. Zudem befürchtet er, dass die ehrenamtlichen Mitglieder des Arbeitskreises Flüchtlinge an ihre Grenzen kommen.

Becker, der in der vergangenen Woche im Urlaub war, bestätigte nach seiner Rückkehr gegenüber unserer Zeitung, dass der Kreis Verhandlungen mit den Eigentümern führe. Verträge seien bisher noch nicht geschlossen.

Auflagen sind Voraussetzung

Voraussetzung dafür sei, dass die Eigentümer Auflagen, beispielsweise hinsichtlich des Brandschutzes, erfüllen. Mit einem möglichen Vertragsabschluss rechnet Becker innerhalb der kommenden vier Wochen. Dabei gehe es aber zunächst nur um einen Mietvertrag, betont Becker. Ob die Gemeinschaftsunterkunft von den Immobilieneigentümern selbst oder von einem anderen Anbieter betrieben werde, stehe auf einem anderen Blatt.

In der ehemaligen Pension sollen nach Auskunft des Landrates maximal 45 Personen untergebracht werden. Damit habe man sich den Vorstellungen des Bürgermeisters stark angenähert. Im Bauantrag war offenbar von maximal 69 Personen die Rede. Grundsätzlich setze der Schwalm-Eder-Kreis auf eine dezentrale Unterbringung, betonte der Verwaltungschef. Angesichts der hohen Flüchtlingszahlen gehe es aber nicht ohne Gemeinschaftsunterkünfte. Zur Unterbringung von Migranten habe der Kreis 530 Wohnungen angemietet und unterhalte zudem 12 Gemeinschaftsunterkünfte. In diesem Zusammenhang bestätigte Becker, dass in der Gemeinde Schrecksbach als einziger Kommune im Kreis noch keine Flüchtlinge untergebracht seien. Das hatte Oberaulas Bürgermeister im Zusammenhang mit der geplanten Gemeinschaftsunterkunft in der Pension Zur Aue kritisch angemerkt.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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