Parlament beschließt Neubau des Dorfgemeinschaftshauses in Goßmannsrode

Treffpunkt statt Lagerhalle

So soll es aussehen: Auf die Feuerwehrgaragen (unten) wird das Dorfgemeinschaftshaus mit teilweise überdachter Terrasse aufgesetzt (rechts). Links schließt sich der Trakt mit dem bestehenden Feuerwehrschulungsraum an. Entwurf: Lockhart/nh

Goßmannsrode. Im Kirchheimer Ortsteil Goßmannsrode wird für rund 290 000 Euro ein neues Dorfgemeinschaftshaus gebaut. Das hat die Kirchheimer Gemeindevertretung am Donnerstagabend bei ihrer Sitzung in Reckerode mit namentlicher Abstimmung ergeben.

Der Neubau soll auf die Garagen des Feuerwehrgerätehauses aufgesetzt werden. Dafür muss ein bestehendes Lagergebäude der Gemeinde abgebrochen werden. An dessen Stelle entsteht das Gemeinschaftshaus mit kleinem Saal, Thekenbereich, Küche sowie einer Terrasse, auf der für größere Feiern ein Zelt aufgebaut werden kann. In einer Abstimmung hatten die Einwohner des Ortes mit deutlicher Mehrheit diese Variante dem Ausbau der Blockhütte am Spielplatz vorgezogen. 75 Prozent der Netto-Bausumme sind laut Bürgemeister Manfred Koch über die Dorferneuerung förderfähig. Die Gemeinde muss somit einen Eigenanteil von rund 107 500 tragen.

Dem Beschluss war eine kontroverse Debatte vorausgegangen. So kritisierte der fraktionslose Gemeindevertreter Achim Steinert, dass die Schutzschirmgemeinde einerseits kräftig die Gebühren erhöht habe, jetzt aber ein neues Gebäude baue, in dessen Umkreis von zwei Kilometern vier Gemeinschaftshäuser verfügbar seien. Zum verbalen Rundumschlag holte der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Curth aus. Das Anwesen sei seinerzeit schon zu teuer gekauft worden, es mangele an Parkplätzen und potenziellen Nutzern, der Feuerwehrtrakt verbrauche außergewöhnlich viel Heizöl und der geplante Saal sei mit 48 Quadratmetern für Familienfeiern zu klein, lautete Curths Kritik zusammengefasst. Zudem sei es mit den Kosten nicht getan: Mit Parkplätzen, Neubau der vom Bauhof genutzten Lagerhalle, Abriss des alten Dorfgemeinschaftshauses und Buchwertabschreibungen koste das Vorhaben die Gemeinde 410 000 Euro, prophezeite er.

Gemeinschaft erhalten

Martin Bornschier und Oliver Kurz von der SPD betonten jedoch, dass die Dorferneuerung die Orte zukunftsfähig machen solle. Und eine funktionierende Dorfgemeinschaft brauche einen Treffpunkt. Zumal in diesem Ortsteil über Jahre nichts investiert worden sei, begründeten die Sozialdemokraten ihre Zustimmung. An den Mehrheitsverhältnissen scheiterte der Versuch der Christdemokraten, das Vorhaben noch aus formalen Gesichtspunkten zu stoppen: Der Ortsbeirat müsse laut Hessischer Gemeindeordnung zwingend eine Stellungnahme abgeben. Das sei laut Bürgermeister auch geschehen – allerdings zu einer früheren Planungsvariante. Während einer von der SPD beantragten Sitzungsunterbrechung hatte Herbert Ickler, Ortsvorsteher von Goßmannsrode, im Namen der Einwohner nach sechsjährigem Vorlauf um eine baldige Entscheidung gebeten: „Der Ball liegt bei euch, wir werden ihn nicht zurücknehmen.“

Von Jan-Christoph Eisenberg

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